Vor dem Start stellen alle dieselbe Frage: Was kostet mich das im Monat? Die Antwort „Sie bestimmen Ihr Budget selbst" stimmt und hilft nicht weiter. Wissen wollen Sie etwas Engeres: Was kostet es, in meiner Branche ein brauchbares Ergebnis zu bekommen?

Dieser Leitfaden rechnet das aus. Zuerst die drei Zahlen, aus denen Ihre Rechnung entsteht. Danach dieselbe Rechnung mit echten Werten aus zwölf deutschen Branchen. Weiter unten steht ein Rechner für Ihre eigenen Begriffe.

Alle Suchvolumen und Klickpreise stammen aus unserem eigenen Keyword-Werkzeug und wurden am 12. August 2026 gemessen. Diese Zahlen bewegen sich, prüfen Sie den aktuellen Stand also selbst nach.

Die kurze Antwort: drei Zahlen

Ihre Monatsrechnung ist das Produkt aus drei Größen:

  • Suchanfragen pro Monat: wie oft Ihr Begriff gesucht wird.
  • Klickpreis: was ein Klick auf diesen Begriff im Schnitt kostet.
  • Ihr Anteil an diesen Suchen: welcher Teil davon zu einem Klick auf Ihre Anzeige wird.

Die Formel ist schlicht: Suchanfragen × Ihr Anteil = Klicks pro Monat, danach Klicks × Klickpreis = Ihre Rechnung.

Die ersten beiden Werte können Sie nachschlagen. Der dritte wird am häufigsten falsch verstanden, deshalb bekommt er weiter unten einen eigenen Abschnitt.

An der Spitze steht nicht die Kanzlei, sondern die Software

Bevor es um die Methode geht, hier die gemessene Rangliste für den deutschen Markt:

SuchanfrageSuchen pro MonatKlickpreis
buchhaltungssoftware5.40022,66 $
crm software4.40011,23 $
englischkurs online2.90011,05 $
köln umzugsunternehmen2.4008,41 $
haartransplantation49.5005,55 $
rechtsanwalt60.5004,42 $
berlin elektriker2.9003,26 $
bürostuhl74.0002,80 $
münchen schlüsseldienst8.1002,19 $
physiotherapie368.0002,14 $
laufschuhe49.5000,99 $
wohnung mieten165.0000,22 $

Wer den amerikanischen Markt kennt, stutzt hier zweimal.

Erstens führt die Liste eine Buchhaltungssoftware an und nicht eine Kanzlei. Zweitens kostet der Klick auf „rechtsanwalt" hier 4,42 Dollar. In den Vereinigten Staaten liegt derselbe Beruf bei knapp 148 Dollar, also beim Dreiunddreißigfachen.

Der Grund liegt nicht bei Google, sondern im Geschäftsmodell. Anwaltshonorare sind in Deutschland weitgehend gesetzlich geregelt, der Wert eines Mandats ist damit kalkulierbar. In den USA rechnen Kanzleien im Erfolgsfall prozentual ab, ein einziger Fall kann sechsstellig sein, und entsprechend hoch fallen die Gebote aus. Der Klickpreis bildet nicht die Nachfrage ab, sondern das, was ein Kunde wert ist.

Daraus folgt eine Regel, die Sie mitnehmen sollten: Ein hoher Klickpreis heißt nicht, dass der Begriff teuer ist. Er heißt, dass dieses Geschäft sich lohnt. Günstige Begriffe sind nicht automatisch die bessere Nachricht.

Volumen ist nicht die Rechnung

Die Tabelle verbirgt noch etwas: große Zahlen bedeuten keine großen Ausgaben. „Wohnung mieten" wird 165.000 Mal im Monat gesucht und kostet 22 Cent. „Köln Umzugsunternehmen" kommt auf 2.400 Suchen und kostet 8,41 Dollar, also fast das Vierzigfache.

Ausschlaggebend ist die Absicht, nicht die Menge. Wer eine Wohnung sucht, schaut sich um und unterschreibt heute nichts. Wer nach einem Umzugsunternehmen in Köln sucht, hat einen Termin und braucht ein Angebot. Volumen misst Nachfrage. Über die Kaufbereitschaft sagt es nichts.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Nehmen wir den Elektriker in Berlin. Gemessen sind 2.900 Suchen im Monat bei 3,26 Dollar je Klick.

Drei Szenarien für den Anteil, der zu Ihren Klicks wird:

  • 2 Prozent: 58 Klicks, rund 189 Dollar im Monat.
  • 5 Prozent: 145 Klicks, rund 473 Dollar im Monat.
  • 10 Prozent: 290 Klicks, rund 945 Dollar im Monat.

Gehen Sie einen Schritt weiter. Von diesen 145 Klicks: Wie viele rufen an? Sagen wir jeder Zwanzigste, also 7 Anrufe. Wie viele davon werden ein Auftrag? Sagen wir ein Drittel, also 2 Aufträge. Sind 473 Dollar für zwei Elektroaufträge angemessen? Das beantwortet Ihr durchschnittlicher Auftragswert und sonst nichts.

Hier wird die Zahl erst brauchbar. „Was kostet es" lässt sich allein nicht beantworten. Sinn ergibt die Frage erst neben „was ist mir ein Kunde wert".

Zu diesem Prozentwert

Beim dritten Wert müssen wir ehrlich sein. Viele Texte nennen Ihnen eine durchschnittliche Klickrate für Google Ads. Eine einzige richtige Zahl gibt es nicht. Sie bewegt sich mit Ihrer Position, Ihrer Branche, Ihrem Anzeigentext und der Absicht hinter der Suche.

Deshalb erfinden wir hier keine. Wir rechnen mit drei Szenarien: 2 Prozent schwach, 5 Prozent vernünftig, 10 Prozent stark. Ihren echten Wert lesen Sie im eigenen Konto ab, sobald die Kampagne läuft.

Eine Unterscheidung noch, weil sie oft untergeht. Der Anteil hier ist Klicks geteilt durch Suchanfragen. Die Klickrate in Google Ads ist Klicks geteilt durch Impressionen. Ihre Anzeige erscheint nicht bei jeder Suche, der Wert hier ist also Ihr Anteil an möglichen Impressionen multipliziert mit Ihrer Klickrate.

Rechnen Sie Ihren eigenen Wert aus

Diese Rechnung müssen Sie nicht von Hand machen. Geben Sie unserem Google-Ads-Kostenrechner Branche und Stadt, dann macht er dieselbe Arithmetik, allerdings über Ihre gesamte Begriffsfamilie statt über einen einzelnen Begriff.

Drei Dinge nimmt er Ihnen ab. Er bildet die Varianten Ihres Kerns, er entfernt die Suchen, für die sich Werbung nie lohnt (Stellenanzeigen, Gehaltsabfragen, reine Informationssuche), und er behält die Begriffe, die das Budget tragen. Was er weggelassen hat, zeigt er Ihnen ebenfalls, denn diese Liste ist der erste Entwurf Ihrer Ausschlussliste.

Das Budget von hinten aufbauen

Die meisten Betriebe planen vorwärts: „Wir stecken 2.000 Euro rein und schauen mal." Das gibt Geld aus, ohne eine Entscheidung zu erzeugen.

Rechnen Sie stattdessen rückwärts. Vier Schritte:

  1. Was ist ein Kunde wert? Nehmen Sie den Gewinn Ihres durchschnittlichen Auftrags, nicht den Umsatz.
  2. Wie viele Klicks braucht ein Kunde? Ohne eigene Daten beginnen Sie mit 2 Prozent, also 50 Klicks je Kunde.
  3. Was kostet ein Kunde? 50 Klicks × Ihr Klickpreis. Beim Berliner Elektriker sind das 50 × 3,26 = 163 Dollar.
  4. Liegt das unter Ihrem Gewinn? Darunter trägt sich die Werbung selbst. Darüber korrigieren Sie die Conversion oder den Begriff, nicht das Budget.

Wer diese vier Schritte einmal geht, beantwortet die Budgetfrage von selbst: so viele Kunden, wie Sie wollen, zum entsprechenden Preis.

Mehr aus demselben Geld holen

Kosten senken heißt nicht weniger ausgeben. Es heißt, mehr von demselben Geld in Kunden zu verwandeln. Vier Lecks finden wir in fast jedem Konto, das wir übernehmen.

Nicht wissen, wofür Sie zahlen

Google zeigt Ihre Anzeige nicht nur bei Ihrem Begriff, sondern auch bei Suchen, die es als verwandt einstuft. Den Unterschied zeigt der Suchbegriffsbericht: die Formulierungen, die Menschen tatsächlich eingetippt haben.

Beim ersten Öffnen erleben die meisten eine Überraschung. Ein Betrieb, der auf „Elektriker" bietet, entdeckt dort Klicks auf „Elektriker Gehalt" und „Elektriker Stellenangebote". Diese Klicks kommen von Menschen, die Arbeit suchen, nicht Handwerk.

Eine leere Ausschlussliste

Ein auszuschließender Begriff verhindert, dass Ihre Anzeige bei einer bestimmten Suche erscheint. Tragen Sie „kostenlos" ein, und Ihre Anzeige bleibt dort weg. Die Regeln stehen in Googles Dokumentation zu auszuschließenden Keywords.

Erfinden Sie diese Liste nicht, ziehen Sie sie aus dem Suchbegriffsbericht. Bei Dienstleistern wiederholen sich dieselben Kandidaten: kostenlos, gratis, Gehalt, Stellenangebote, Ausbildung, selber machen und Erfahrungen.

Keyword-Optionen nie angefasst

Google stellt neue Begriffe standardmäßig auf weitgehend passende Keywords, also auf die Einstellung mit der größten Reichweite. Die drei Optionen erklärt Googles Dokumentation zu den Keyword-Optionen.

Bei begrenztem Budget fangen Sie eng an. Arbeiten Sie mit genau passenden und passenden Wortgruppen, lesen Sie die echte Nachfrage aus dem Suchbegriffsbericht und weiten Sie danach bewusst aus.

Gute Anzeige, schlechte Zielseite

Die Anzeige verspricht Dachdeckerarbeiten in Düsseldorf, der Klick landet auf einer Startseite, auf der das Dach eine von acht Leistungen ist. Der Besucher geht wieder. Den Klick haben Sie bezahlt, bekommen haben Sie nichts.

Dafür gibt es eine zweite Rechnung. Die Nutzererfahrung auf der Zielseite ist einer der drei Bestandteile des Qualitätsfaktors. Eine schwache Seite kostet Sie also nicht nur diesen Besucher, sie hebt den Klickpreis im ganzen Konto. Derselbe Fehler wird zweimal berechnet. Ausführlich steht das in unserem Beitrag zum Qualitätsfaktor.

Displaykampagnen und die Kosten, die niemand einplant

Bis hierher ging es um Suchanzeigen. Das Displaynetzwerk arbeitet anders: Ihre Anzeige erscheint als Banner auf Websites, in Apps und in Videos. Google beschreibt es als mehr als zwei Millionen Websites, Videos und Apps, die über 90 Prozent der Internetnutzer weltweit erreichen.

Der Posten, der hier überrascht, sind nicht die Mediakosten, sondern die Produktion. Eine Displaykampagne läuft nicht mit einem Motiv. Sie braucht dasselbe Motiv in mehreren Standardgrößen, und jede Größe ist eigene Arbeit.

Wir haben ein Werkzeug geschrieben, um diesen Posten zu streichen. Unser HTML5-Anzeigenbaukasten läuft im Browser, erzeugt die Standardgrößen aus einem Entwurf und liefert eine hochladefertige Datei. Kostenlos.

Kommt das Geld zurück?

Die Kosten kennen Sie, die Lecks sind geschlossen. Eine Frage bleibt: Lohnt es sich?

Das Maß dafür ist der Return on Ad Spend. Kurz gesagt: Wie viel Umsatz kam für jeden Euro zurück, den Sie in Werbung gesteckt haben. Vier Euro auf einen Euro ergeben den Wert vier. Wie hoch der Wert sein muss, hängt von Ihrer Marge ab, eine allgemeine Schwelle gibt es nicht.

Rechnen Sie es mit Ihren eigenen Zahlen in unserem Rechner durch. Eine Kampagne mit echten Werten finden Sie in der Fallstudie zum Pınara Beach Hotel.

Wo Google Ads steht

Google Ads ist die bezahlte Hälfte des Suchmaschinenmarketings. Die andere Hälfte ist, sich seinen Platz in den Ergebnissen ohne Bezahlung zu verdienen, also SEO.

Getrennt werden beide durch die Zeit. SEO braucht Monate und hält danach. Google Ads bringt Besucher am Tag der Freischaltung und hört am Tag auf, an dem das Budget endet. Konkurrenten sind sie nicht, die meisten Betriebe brauchen beides. Die Zahlen dazu stehen in SEO oder SEA.

Von anderen Kanälen unterscheidet Google Ads die Absicht. In sozialen Netzwerken unterbrechen Sie jemanden, der gerade etwas anderes tut. Bei Google sucht die Person bereits das, was Sie verkaufen. Wer „Schlüsseldienst Notdienst" eintippt, ist sich über seinen Bedarf im Klaren. Zum Vergleich lohnt ein Blick in unsere Statistiken zur Facebook-Werbung.

Häufige Fragen

Wie viel Budget braucht Google Ads mindestens?

Google setzt keine Untergrenze, Sie können mit einem Euro am Tag starten. Das sinnvolle Minimum ist ein anderes: Sie brauchen genug Klicks, um die Kosten für einen Kunden zu decken. Beim Berliner Elektriker waren das rund 163 Dollar. Bei einer Buchhaltungssoftware liegt der Wert deutlich höher.

Was passiert, wenn die Anzeigen stoppen?

Die Besucher bleiben noch am selben Tag aus. Google Ads ist gemietete Sichtbarkeit; die Position gehört Ihnen, solange Sie zahlen. Dauerhafte Sichtbarkeit bringt SEO, deshalb ist die Kombination für die meisten Betriebe die gesündere.

Warum ändert sich mein Klickpreis ständig?

Die Auktion läuft. Wettbewerber ändern ihre Gebote, neue Werbetreibende kommen hinzu, die Saison wechselt. Steigt Ihr Qualitätsfaktor, halten Sie dieselbe Position günstiger. Sinkt er, wird sie teurer.

Sind diese Werte ein Angebot?

Nein, sie sind ein Ausgangswert. Ihre echte Rechnung bewegt sich mit Ihrem Qualitätsfaktor, den Geboten der Konkurrenz und dem Anteil, zu dem Ihre Anzeige tatsächlich erscheint. Die einzige genaue Zahl meldet Ihr eigenes Konto, sobald die Kampagne läuft.

Wenn Sie es lieber abgeben

Um das sauber aufzubauen, ein bestehendes Konto zu übernehmen oder das Budget schlicht Woche für Woche im Blick zu behalten, erreichen Sie uns über unsere Seite zur Google-Ads-Agentur. Wir sind seit 1999 Google-Partner-Agentur.

Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre Website organisch dasteht, prüfen Sie sie mit unserem kostenlosen SEO-Check.