Deutschen Websites fehlen jeden Monat rund 265 Millionen Klicks. Die Menschen suchen weiter, sie finden weiter, nur landen sie nicht mehr bei Ihnen. Google beantwortet die Frage oben auf der Ergebnisseite, und die Sache ist erledigt.

Dafür gibt es einen Namen: Zero-Click-Search, die Suche ohne Klick. Dieser Beitrag beginnt mit den deutschen Zahlen, geht dann zur Rechtslage, die es so nur in Europa gibt, und endet bei der Frage, die Sie eigentlich beschäftigt: Was ist heute noch einen Klick wert?

Was in Deutschland gemessen wurde

Die belastbarste Auswertung für den deutschen Markt stammt von Sistrix und umfasst über 100 Millionen Keywords. Vier Zahlen daraus sollten Sie kennen.

Die deutschen Eckwerte

  • Bei rund 20 % der untersuchten Keywords erscheint eine Übersicht mit KI.
  • Die Klickrate auf Position 1 fällt dabei von 27 % auf 11 %.
  • Über alle Keywords gerechnet fehlen deutschen Websites 265 Millionen organische Klicks pro Monat.
  • Gemessen am gesamten Klickvolumen sind das im Schnitt 6,6 %.

Die letzten beiden Zahlen widersprechen sich nur scheinbar. 6,6 % klingt nach wenig, 265 Millionen nach viel, und beides stimmt: Der Schnitt ist klein, weil er alles mitrechnet, auch die Suchanfragen ohne KI-Kasten. Entscheidend ist deshalb nicht der Durchschnitt, sondern Ihre Branche.

Klickverlust nach Thema Familie & Baby 24 % und Gesundheit, Haus & Garten Familie & Soziales 21 % Ratgeberfragen, in drei Sätzen beantwortet Bildung & Wissen 12 % Definitionen und Jahreszahlen News & Medien 7,4 % harte Nachrichten noch weitgehend ausgenommen Rezepte 1,1 % wer kochen will, braucht die ganze Seite Sistrix, über 100 Millionen Keywords, Februar 2026
Der Durchschnitt trügt. Entscheidend ist, ob Ihre typische Frage in drei Sätzen zu beantworten ist.

Die Spanne erklärt sich von selbst, wenn man an die Nutzerin denkt. Wer wissen will, ab wann ein Baby durchschläft, hat die Antwort nach zwei Sätzen und geht. Wer ein Gericht kochen will, braucht die Zutatenliste, die Mengen und die Reihenfolge, also die ganze Seite.

In absoluten Zahlen sieht dieselbe Sache noch einmal anders aus.

Wer absolut am meisten verliert verlorene Klicks pro Monat, in Millionen 31,6 Wikipedia 4,8 DocCheck 4,0 AOK 3,1 ADAC 3,1 Pons Sistrix, Februar 2026. Wikipedia allein verliert mehr als die vier anderen zusammen.
Fünf deutsche Nachschlagewerke, ein Muster: Wer Wissen kostenlos bereitstellt, verliert zuerst.

Eine Pointe am Rande

Eine Untersuchung der University of Washington nutzte die deutschsprachige Wikipedia als Kontrollgruppe, um den Effekt auf die englische zu messen. Das funktionierte, weil die Funktion hierzulande später kam. Inzwischen ist die deutsche Wikipedia selbst der größte Verlierer im deutschen Netz. Die Kontrollgruppe ist zum Fall geworden.

Was Zero-Click-Search genau bedeutet

Eine Zero-Click-Suche ist eine Suchanfrage, die ohne Klick auf irgendeine Website endet. Die Antwort stand schon da. Ihre Seite kann auf Platz 1 stehen und trotzdem leer ausgehen, weil der Besuch überflüssig geworden ist.

Neu ist das nicht. Die Ergebnisseite sammelt seit Jahren Antworten ein: Wissenspanel, Featured Snippet, der Kasten „Ähnliche Fragen“, Taschenrechner, Wechselkurs, Wetter, Karte, Spielstand. Die Übersicht mit KI ist der vorläufig letzte Schritt, und sie ist der größte, weil sie nicht mehr einen Satz zitiert, sondern die ganze Antwort schreibt.

Es gibt noch eine zweite Art von klickloser Suche, die oft übersehen wird: Der Nutzer klickt, aber auf etwas, das Google gehört. Auf ein YouTube-Video, einen Maps-Eintrag, den Shopping-Tab. In der Statistik ist das ein Klick. Bei Ihnen kommt er trotzdem nicht an.

Nicht verwechseln

In der IT-Sicherheit heißt „Zero-Click“ etwas ganz anderes, nämlich ein Angriff, der ein Telefon ohne Zutun des Besitzers befällt. Unsere eigene Keyword-Messung zeigt beide Begriffe direkt nebeneinander: „zero click search“ und „zero click exploit“ werden in Deutschland fast gleich häufig gesucht. Hier geht es um die Suche.

Wie Deutschland inzwischen sucht

Der Kasten oben auf der Ergebnisseite ist nur die eine Hälfte der Geschichte. Die andere: Ein wachsender Teil der Fragen erreicht Google gar nicht mehr.

Die Hälfte sucht schon mit KI Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland, Herbst 2025 25 % überwiegend klassische Suche 13 % beides etwa gleich häufig 7 % überwiegend KI-Chat 5 % ausschließlich KI-Chat 50 % nutzt dafür keinen KI-Chat Bitkom, 1.030 Internetnutzende, telefonisch befragt
Bitkom-Befragung im Herbst 2025: Die Hälfte der Internetnutzenden in Deutschland fragt zumindest gelegentlich einen KI-Chat statt einer Suchmaschine.

Der Digitalverband Bitkom hat dafür 1.030 Internetnutzerinnen und -nutzer befragt. Bei den 16- bis 29-Jährigen fällt das Ergebnis noch deutlicher aus. Ein Detail aus derselben Befragung gehört allerdings dazu: 42 % derjenigen, die mit KI suchen, haben dabei schon mindestens einmal falsche oder erfundene Informationen bekommen.

Für Sie heißt das zweierlei. Ihre Kundschaft fragt die Maschine, und die Maschine liegt regelmäßig daneben. Wenn sie über Ihr Unternehmen daneben liegt, korrigiert das niemand außer Ihnen.

Die Rechtslage, die es so nur hier gibt

In Deutschland ist das nicht allein eine Marketingfrage. Seit dem 7. Juni 2021 gilt das Leistungsschutzrecht für Presseverleger, geregelt in den §§ 87f bis 87k UrhG. Presseverlage sollen danach an den Einnahmen beteiligt werden, wenn Dienste ihre Veröffentlichungen zugänglich machen.

Das Gesetz enthält jedoch eine Ausnahme, und genau dort steckt der Streit: Die Nutzung „einzelner Wörter oder sehr kurzer Auszüge“ bleibt frei. Geschrieben wurde diese Ausnahme für die klassische Trefferbeschreibung. Ein KI-Text, der die Antwort vollständig wiedergibt, ist offensichtlich etwas anderes. Bemerkenswert ist, wer diese Unschärfe selbst benennt: In seinem deutschen Blog schrieb Google bereits 2023, das Gesetz definiere nicht genau, wo der sehr kurze Auszug endet.

Der rechtliche Rahmen, den nur Europa hat 7. Juni 2021 Leistungsschutzrecht §§ 87f bis 87k UrhG 2022 Schiedsstelle Corint Media ruft das DPMA an 26. März 2025 Übersicht mit KI Start in DE, AT und CH 9. Dez. 2025 EU-Kommission förmliches Kartellverfahren Februar 2026 Verlegerbeschwerde in Brüssel eingereicht
Fünf Jahre, fünf Stationen. Geklärt ist bis heute nichts davon.

Wo die Verfahren stehen

  • Corint Media und Google. Die Verwertungsgesellschaft rief 2022 die Schiedsstelle beim DPMA an. Parallel dazu läuft eine Interimsvereinbarung: Google zahlt jährlich 3,2 Millionen Euro, mindestens bis 2026. Google hat die Einigung selbst veröffentlicht und darin festgehalten, dass die grundsätzlichen Fragen strittig bleiben.
  • Brüssel. Die EU-Kommission hat am 9. Dezember 2025 ein förmliches Kartellverfahren eröffnet. Der Vorwurf: Google nutze Inhalte von Web-Publishern für generative KI-Dienste in der Suche, ohne angemessen zu vergüten und ohne dass die Verlage widersprechen können, ohne zugleich aus der Google-Suche zu fliegen.
  • Die Verlage selbst. Der European Publishers Council reichte im Februar 2026 eine förmliche Beschwerde gegen die Übersicht mit KI und den KI-Modus ein, die Independent Publishers Alliance ebenfalls.

Bleibt die Frage, ob ein Widerspruchsrecht das Problem löst. Zwei Wettbewerbsrechtler, Spencer Cohen (Oxford) und Todd Davies (UCL), sagen im Journal of European Competition Law & Practice klar Nein. Ihr Argument: Wer widerspricht, verliert auch die Klicks aus den Quellenangaben und steht der Zusammenfassung trotzdem gegenüber. Der Schaden liege im abgefangenen Verkehr, nicht in der Nutzung des Textes.

Was Sie daraus mitnehmen

Warten Sie das nicht ab. Verfahren dieser Größenordnung dauern Jahre, und ein Schiedsspruch über Verlagsvergütungen bringt Ihnen keinen einzigen Besucher zurück. Die Frage, die Sie diese Woche beantworten können, lautet anders: Steht in dieser Zusammenfassung das Richtige über Sie, und gibt Ihre Seite dem Leser einen Grund, trotzdem zu klicken?

Was die Forschung misst

Sistrix misst den deutschen Markt. Wie die Mechanik dahinter funktioniert, zeigen drei Arbeiten, deren Methode Sie nachlesen können.

Drei Messungen

  • Pew Research Center wertete das echte Surfverhalten von 900 Erwachsenen aus, insgesamt 68.879 Suchanfragen. Mit KI-Zusammenfassung klickten sie in 8 % der Besuche auf ein Ergebnis, ohne sie in 15 %. Auf eine Quelle im Kasten klickte 1 %. Und: 60 % der Anfragen, die mit einem Fragewort beginnen, lösten eine Zusammenfassung aus.
  • Washington University in St. Louis verfolgte 55.393 Suchanfragen über 40 Tage. Rund 30 % der zitierten Domains tauchten in den Treffern derselben Seite gar nicht auf. Von 98.020 Einzelaussagen in den Zusammenfassungen waren 11 % durch die zitierten Seiten nicht gedeckt.
  • Stanford prüfte generative Suchmaschinen insgesamt: Nur 51,5 % der erzeugten Sätze waren vollständig durch ihre Quellenangaben belegt.

Die Wikimedia Foundation hat übrigens selbst nachgezählt und im Oktober 2025 veröffentlicht: Die menschlichen Seitenaufrufe der Wikipedia lagen rund 8 % unter dem Vorjahr. Als Grund nennt die Stiftung ausdrücklich Suchmaschinen, die direkt antworten, und zwar mit Wikipedia-Text.

Was Google dazu sagt

Google widerspricht der Deutung. Suchchefin Liz Reid schrieb im August 2025, das gesamte organische Klickvolumen sei im Jahresvergleich „relativ stabil“ geblieben, die Qualität der Klicks sogar leicht gestiegen. Im deutschen Blog heißt es zum Start der Funktion, Nutzende besuchten „eine größere Vielfalt von Websites“.

Interessant an Reids Text ist weniger die Verteidigung als die Liste darin.

Googles eigene Gewinner und Verlierer

Mehr Verkehr: Foren, Videos, Podcasts, Beiträge mit erkennbarer eigener Stimme, gründliche Tests, Analysen aus erster Hand.

Weniger Verkehr: Seiten, die Menschen für eine schnelle Antwort aufgerufen haben.

Beides kann gleichzeitig stimmen. Die Summe bleibt stabil, die Verteilung verschiebt sich, und genau das beschreibt Googles eigener Satz. Der Klick ist zur Auswahl geworden. Aussortiert wird dabei nicht das schlechte Material, sondern eine bestimmte Art von Antwort: Was in zwei Sätzen passt, bleibt auf der Suchseite. Was Erfahrung braucht, kostet weiterhin einen Klick.

Was noch einen Klick wert ist

Damit sind wir bei der praktischen Frage. Ehrlich gesagt: Eine Seite, die nur Wissen wiedergibt, das jeder wiedergeben kann, hat es gerade schwer. Aber die Liste oben und unsere eigene Arbeit zeigen in dieselbe Richtung.

Sechs Dinge, die eine Zusammenfassung nicht liefern kann

  • Eigene Erfahrung. Sie haben es getestet, Sie haben den Fehler gemacht, Sie waren dabei. Ein Modell kann Sie zitieren. Dagewesen sein kann es nicht. Dazu haben wir einen eigenen Beitrag geschrieben.
  • Eigene Daten. Ihre Messung, Ihre Umfrage, Ihre Zahlen aus der Search Console. Jede Zahl in diesem Text stammt von jemandem, der gezählt hat.
  • Ein Werkzeug, das rechnet. Rechner, Prüfer, Abfrage. Eine Zusammenfassung führt nichts aus, also geht der Klick an den, der das Werkzeug gebaut hat.
  • Aktuelles und Örtliches. Der Preis von heute, die Regel in diesem Bundesland, die Änderung dieser Woche.
  • Gemeinschaft. Der Grund, warum Foren zurück sind.
  • Eine begründete Meinung. Keine Absicherung nach allen Seiten, sondern eine Position, die Sie verteidigen können.

Fällt Ihnen auf, was in dieser Liste fehlt? Niemand sagt Ihnen, Sie sollten länger schreiben oder mehr Keywords unterbringen.

Was sich im Handel wirklich geändert hat

Ein Punkt geht in der Aufregung unter. Der Markt ist nicht kleiner geworden. Es gibt X Verbraucher und Y Anbieter, beide Zahlen unverändert. Niemand braucht weniger Handwerker, weniger Software, weniger Schuhe.

Verschoben hat sich die Verteilung, und zwar zwischen denen, die in SEO und GEO investieren, und denen, die es lassen. Sichtbarkeit maß man früher in Positionen. Heute lautet der Maßstab nüchterner: Taucht Ihr Name in der Antwort auf, wenn Ihre Kundschaft fragt? Wenn nicht, taucht der Ihres Wettbewerbers auf, und mit diesem Namen geht es weiter.

Verbraucher (X) Zahl unverändert Anbieter (Y) investiert in SEO und GEO steht in der Antwort keine Investition kommt dort nicht vor Zahl unverändert der größte Teil der Nachfrage der Rest
Gleich viele Käufer, gleich viele Anbieter, ein anderer Weg dazwischen.

Für uns als Agentur ist die Arbeit dadurch größer geworden, nicht kleiner. SEO bleibt die Grundlage; Googles eigener Leitfaden sagt ausdrücklich, dass die Optimierung für generative KI-Funktionen weiterhin SEO ist. GEO ist die Arbeit daran, von generativen Maschinen zitiert zu werden; der Begriff stammt aus einer Arbeit auf der KDD 2024 von Forschenden aus Princeton und IIT Delhi. Darüber steht AIO, unser Dach für Strategie, Messung, Testzyklen und Autorität. Welcher der drei Begriffe sich durchsetzt, haben wir gesondert untersucht.

Wir gehen hier bewusst vorsichtig vor. Neue Felder lassen sich leicht ausnutzen: gekaufte Plätze in „Beste Anbieter“-Listen, künstlich erzeugte Erwähnungen, Texte, die „für die KI“ umgeschrieben wurden. Das sieht in diesem Jahr klug aus und wird im nächsten zur Last. In Deutschland kommt hinzu, dass bezahlte Platzierungen kennzeichnungspflichtig sind, und ein als Werbung markierter Beitrag trägt als Quelle wenig.

Was Sie jetzt tun sollten

Vier Punkte, in der Reihenfolge, in der wir sie mit neuen Kunden durchgehen. Ohne den ersten nützen die anderen drei wenig.

Wissen, worin Sie wirklich gut sind

Zuerst müssen wir wissen, was das Herausragende an einem Unternehmen ist. Was macht es aus, und was unterscheidet es vom Wettbewerb? „Wir sind sehr gut“ macht niemanden gut. Es gibt einen Unterschied, und für gut sein gibt es einen objektiven Beweis: eine gemessene Zeit, eine Zertifizierung, eine Produktionsmenge, ein Prüfergebnis, eine Zahl von Kunden. Genau diesen Beweis verwenden KI-Systeme, wenn sie Sie beschreiben. Fehlt er, entsteht ein allgemeiner Satz, und in diesem Satz sehen Sie aus wie Ihr Wettbewerber.

Wissen weitergeben gehört heute zum Verkaufen

Von Unternehmen wird erwartet, dass sie ihre Arbeit erklären. Eine Produktseite genügt nicht mehr. Wie wähle ich aus, wie pflege ich das, wann tausche ich es, wann passt es gerade nicht: Diese Antworten erwartet man ebenfalls von Ihnen. Wer mit seinen Inhalten erklärt, anleitet und weiterhilft, wird zitiert, in generativen Maschinen wie in der Übersicht mit KI. Das ist kein Werbetext, sondern eine ehrliche Antwort auf eine Kundenfrage.

Eine technische Voraussetzung gehört dazu: Die KI-Crawler müssen Ihre Seite lesen dürfen. Wenn Sie Cloudflare einsetzen, prüfen Sie diese Einstellung. Steht sie auf Blockieren, sind Sie in den Antworten unsichtbar, ohne es entschieden zu haben.

Ihre Unternehmensseite ist das Herz Ihres Geschäfts

Vergessen Sie das nicht: Ihre Unternehmensseite ist das Herz Ihres Handels. Ein Mensch kennt und beschreibt sich selbst am besten, und Leitbild und Vision beschreiben ein Unternehmen philosophisch. Ihre Inhalte müssen in sich stimmen, und sie dürfen dem nicht widersprechen, was die Wissenschaft als gesichert ansieht. Widersprechen Sie doch, dann müssen Sie das gut und verständlich erklären. Jede These, die Sie aufstellen und nicht erklären können, wird zu einer Last, die Sie mit sich tragen.

Dafür gibt es auch einen maschinellen Grund. Stanford fand heraus, dass nur gut die Hälfte der Aussagen generativer Suchmaschinen vollständig belegt ist; in Googles Zusammenfassungen waren 11 % der Aussagen durch die zitierten Seiten nicht gedeckt. Das System beschreibt Sie also ohnehin, ob Sie sich selbst klar beschrieben haben oder nicht. Was diese Beschreibung richtig hält, ist Ihre Konsistenz über die eigene Seite, Verzeichnisse und Presse hinweg.

In die Antwort kommen und messen

Wie die Quellenauswahl funktioniert, was der Query-Fan-out für den Aufbau Ihrer Seiten bedeutet und welche sechs Schritte wir gehen, steht in unserem Beitrag zur Übersicht mit KI. Zwei Dokumente gehören daneben auf den Tisch, beide von Google: KI-Funktionen und Ihre Website und der Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen in der Search Console. Der Bericht zeigt Impressionen, Seiten, Länder und Geräte. Klicks, Klickrate und Suchanfragen zeigt er nicht, den Rest liefert nur Ihr eigener Test der Zielfragen in festem Rhythmus.

Und was Sie lassen sollten

  • Das Snippet sperren und auf Verkehr hoffen. Der Kasten erscheint weiter, nur steht dann Ihr Wettbewerber darin. Die Steuerung ist in Googles Snippet-Dokumentation beschrieben, setzen Sie sie bewusst ein, nicht aus Protest.
  • Plätze in „Beste Anbieter“-Listen kaufen. Eine Reihenfolge ohne erkennbares Kriterium ist heute billiger Treibstoff und morgen ein Risiko.
  • Erwähnungen künstlich erzeugen. Googles Leitfaden schreibt ausdrücklich, dass das nicht wirkt.
  • Texte „für die KI“ umschreiben. Schreiben Sie für Menschen und machen Sie die Antwort auffindbar.

Amtliche und wissenschaftliche Quellen

Die Zahlen oben stammen aus diesen Dokumenten. Auswertungen von Unternehmen (Sistrix, Similarweb, Bitkom, Chartbeat) sind im Text namentlich genannt; hier stehen die amtlichen und die begutachteten Quellen.

Wissenschaft und Forschungsinstitute

Kurz gefasst

Das bleibt hängen

  • Zero-Click-Search heißt: Die Suche endet ohne Klick auf eine Website. In Deutschland kostet das rund 265 Millionen Klicks im Monat.
  • Erscheint die Übersicht mit KI, fällt die Klickrate auf Position 1 von 27 % auf 11 %.
  • Der Durchschnitt von 6,6 % sagt wenig. Familienportale verlieren über 20 %, Rezeptseiten 1,1 %.
  • Die Hälfte der Internetnutzenden in Deutschland fragt zumindest gelegentlich einen KI-Chat statt einer Suchmaschine; 42 % von ihnen bekamen dabei schon Falsches zu lesen.
  • Das Leistungsschutzrecht kennt eine Ausnahme für sehr kurze Auszüge. Ob eine vollständige KI-Antwort darunter fällt, ist ungeklärt; die EU-Kommission ermittelt seit Dezember 2025.
  • Ein Widerspruchsrecht löst es laut Wettbewerbsrechtlern nicht, weil mit dem Widerspruch auch die Zitat-Klicks wegfallen.
  • Einen Klick verdienen weiterhin: eigene Erfahrung, eigene Daten, Werkzeuge, Aktuelles und Örtliches, Gemeinschaft, begründete Meinung.
  • Die Zahl der Käufer und Anbieter ist gleich geblieben. Verschoben hat sich, wer in der Antwort vorkommt.

Häufige Fragen

Was ist eine Zero-Click-Suche?

Eine Suchanfrage, die ohne Klick auf eine Website endet, weil die Antwort bereits auf der Ergebnisseite steht. Das kann ein Wissenspanel sein, ein Featured Snippet, ein Rechner oder die Übersicht mit KI. Klicks, die innerhalb von Google bleiben, etwa auf ein YouTube-Video oder einen Maps-Eintrag, zählen zwar als Klick, erreichen Ihre Seite aber genauso wenig.

Wie viele Klicks verlieren deutsche Websites dadurch?

Rund 265 Millionen organische Klicks pro Monat, gemessen von Sistrix über mehr als 100 Millionen Keywords. Das entspricht im Schnitt 6,6 % aller organischen Klicks, verteilt sich aber sehr ungleich: Familien-, Gesundheits- und Ratgeberthemen verlieren über 20 %, Rezeptseiten 1,1 %.

Gilt das Leistungsschutzrecht für die Übersicht mit KI?

Das ist gerade der Streitpunkt. Die §§ 87f bis 87k UrhG beteiligen Presseverlage an den Einnahmen, nehmen aber „einzelne Wörter oder sehr kurze Auszüge“ aus. Ob eine vollständige KI-Antwort noch ein sehr kurzer Auszug ist, hat bisher niemand entschieden. Die Schiedsstelle beim DPMA befasst sich mit der Vergütungshöhe, die EU-Kommission seit Dezember 2025 mit der Wettbewerbsfrage.

Kann ich meine Website aus der Übersicht mit KI herausnehmen?

Technisch ja, wirtschaftlich selten sinnvoll. Sie können Snippets über nosnippet, data-nosnippet und max-snippet steuern und Ihre Website über eine Einstellung in der Search Console aus den generativen KI-Funktionen ausschließen. Der Kasten verschwindet dadurch nicht, er zeigt dann andere Quellen. Zwei Wettbewerbsrechtler halten das Widerspruchsrecht aus genau diesem Grund für untauglich.

Lohnt sich Bloggen überhaupt noch?

Nur, wenn der Beitrag etwas kann, was eine Zusammenfassung nicht kann. Wissen, das jeder in zwei Sätzen wiedergeben kann, bleibt künftig auf der Suchseite. Eigene Erfahrung, eigene Daten, ein funktionierendes Werkzeug, Aktuelles und Örtliches, Gemeinschaft und eine begründete Meinung holen den Klick weiterhin, und Googles eigene Liste der gewinnenden Seiten nennt genau diese Formate.

Wie messe ich das für meine eigene Website?

In der Search Console. Steigen die Impressionen, während die Klicks fallen, sehen Sie den Effekt bereits. Die Zeile „Generative KI-Funktionen“ im Leistungsbericht zeigt Ihre Impressionen in der Übersicht mit KI und im KI-Modus, allerdings ohne Klicks und ohne Suchanfragen. Den Rest bekommen Sie nur, indem Sie Ihre wichtigsten Fragen regelmäßig selbst testen.