Bei diesem Thema tragen viele, die sich mit SEO beschäftigen, ziemlich falsche Vorstellungen mit sich herum. Die Frage, wie viele Wörter es denn sein sollen, bekommen wir ständig zu hören. Wir erklären Ihnen sorgfältig, was hier der richtige Zugang ist und warum es die eine richtige Zahl nicht gibt. Wenn Sie bis zum Ende lesen, haben Sie eines der am häufigsten missverstandenen Themen der SEO verstanden.
Die führenden SEO-Fachleute der Welt sind sich weitgehend einig, dass Inhalte über 1.000 Wörter meistens besser abschneiden. Ein guter Beitrag mit 300 Wörtern, der liefert, was verlangt wird, kann trotzdem besser laufen als ein schwacher mit 2.000 Wörtern.
Die Frage stellen und beantworten
Wichtiger als die Wortzahl ist, dass Sie das Thema hinter dem “Wort oder der Wortgruppe” vollständig abdecken. Es geht darum, das Gesuchte in seinem ganzen Umfang zu liefern. Für eine feste Zahl ist das schlicht zu verwickelt. Die richtige Zahl ist die, mit der Sie den Umfang treffen und die Frage beantworten.
Gibt es keine ideale Wortzahl? Zahlen, die mit der Suche wechseln
Nein, die gibt es nicht. Der richtige Zugang ist, die Wortzahl an der Suchabsicht auszurichten. Wer nach dem Kfz-Kennzeichen von Köln sucht, dem genügt die Antwort: “Das Kfz-Kennzeichen von Köln ist K”. Falsch wäre es, erst die Geschichte der Kennzeichen zu erzählen, dann zu erklären, was ein Kennzeichen überhaupt ist, und das Kürzel ganz am Schluss zu nennen. Dass Besucher auf der Website bleiben, zählt natürlich, aber wenn Sie ihnen kein sauberes Erlebnis bieten, kommen sie kein zweites Mal.
Kurz und knapp oder lang und ausführlich? Beides hat Vorteile
Hier zählt vor allem, wen Ihre Seite ansprechen will. Wenn Sie bei der Suche nach “Metallrohr” erscheinen wollen: Die meisten Nutzer wollen dort Arten und Preise von Metallrohren sehen. Damit ist es aber nicht getan. Manche interessieren sich auch für die Einsatzgebiete oder die verschiedenen Bauarten. Ordnen Sie deshalb nach dem, was am häufigsten gefragt ist, und decken Sie so den ganzen Umfang ab.
Wenn jemand dagegen gezielt sucht, also etwa “die wichtigsten Hersteller von Metallrohren in Deutschland”, reicht es, die Firmen aufzulisten. Bei diesen 2 Suchen ist die Absicht also verschieden, und damit auch die Wortzahl.
Was die Wortzahl mit dem Erlebnis der Leser zu tun hat
Dass das Nutzererlebnis zu den Grundpfeilern der SEO gehört, wissen Sie längst, wenn Sie diesen Text lesen. Wenn Sie den Nutzer in einem Haufen Text gefangen halten, tun Sie Ihrer Website keinen Gefallen. Dann bekommen Sie es mit Pogo-Sticking zu tun, und das kann Sie Positionen kosten. Das Erlebnis der Nutzer immer mitzudenken und besser zu machen, zahlt sich dagegen immer aus. Denken Sie an sich selbst: Sie wollen eine Frage beantwortet bekommen, wie viel Freude haben Sie an einer Seite, die Ihnen stattdessen Berge von Text vorlegt? Sie wollen nur wissen “Wann beginnt die Sommerzeit?”, die Geschichte der Sommerzeit interessiert Sie nicht.
Was machen die Wettbewerber? Die Wortzahl auswerten
Um den richtigen Umfang und damit die richtige Wortzahl zu finden, sehen Sie sich den vergleichbaren Text Ihrer 3 stärksten Wettbewerber an. Welchen Umfang haben sie gewählt, welche Antwort geben sie? Das gibt Ihnen beim Bauen Ihres eigenen Textes eine Richtung.
Qualität kommt zuerst, die Wortzahl ist nur ein Mittel
Erfolg in der SEO steht und fällt damit, dass Ihre Inhalte gut genug sind, damit Besucher wiederkommen. Ein guter Text darf sehr lang sein und sehr kurz, je nachdem, was nötig ist, gut sein muss er immer. Wenn Sie einen Beitrag über die Arten des digitalen Marketings haben, dann beschreiben Sie eben alle Arten sauber.

Was die großen Adressen der SEO dazu sagen
American Marketing Association (AMA): Die AMA befasst sich vor allem mit Marktforschung und wissenschaftlichen Veröffentlichungen. In den Hinweisen für Einreichungen ihrer Zeitschriften stehen mitunter Grenzen für Seiten oder Wörter. Für Blogbeiträge oder SEO-Texte ist das aber keine allgemeine Regel. Die AMA legt Gewicht auf die Sorgfalt der Forschung, die Tiefe der Auswertung und den Beitrag zur Praxis des Marketings. Die Wortzahl gilt dabei als Mittel zum Zweck, nicht als Zweck.
Adressen wie Search Engine Journal, Moz und HubSpot: Diese Plattformen und ihre Fachleute sagen meistens, dass längere, umfassendere Texte in der SEO tendenziell besser abschneiden. Die Gründe:
- Sie können mehr Keywords ansteuern.
- Sie können die Fragen der Nutzer ausführlicher beantworten.
- Mehr Substanz baut Autorität und Vertrauen auf.
- Die Aussicht auf Backlinks steigt.
Dieselben Adressen betonen aber, dass Qualität immer zuerst kommt und dass es nichts bringt, ja sogar schadet, für die Wortzahl schwache Texte zu produzieren. HubSpot etwa kommt aus den eigenen Daten zu dem Schluss, dass Blogbeiträge zwischen 2100 und 2400 Wörtern für die SEO ideal sein können, sagt aber dazu, dass das keine allgemeine Regel ist und je nach Thema anders ausfällt.
Yoast: Yoast, bekannt für sein SEO-Plugin, setzt in seiner Textprüfung eine Untergrenze für die Länge an, für einen Blogbeitrag etwa 300 Wörter. Damit soll genug Zusammenhang da sein, dass Suchmaschinen den Text verstehen. Auch Yoast betont, dass ein guter, gehaltvoller Text der wichtigste Punkt ist und man sich nicht auf die Wortzahl allein versteifen sollte.
Fazit: die Wortzahl finden, die zu Ihrem Zweck passt
Unsere Sicht bei Türk SEM: Es geht weniger um die Wortzahl als darum, ob das Thema vollständig behandelt ist. Manche Themen sind mit 300 Wörtern erledigt, bei anderen reichen 5.000 Wörter nicht. Eine Zahl zu nennen, ist schwer, wir können aber sagen: Jede Seite braucht mindestens etwa 300 Wörter.
Hinweis: Dieser Beitrag besteht aus 906 Wörtern.





