Dies ist ein Meinungsbeitrag. Er gibt die persönliche Sicht von Tahir Dinç wieder.

265 Millionen Klicks im Monat: So viele Besuche entgehen Websites in der deutschen Google-Suche nach einer Hochrechnung von Sistrix, seit Google über vielen Suchergebnissen eine eigene KI-Antwort einblendet. Google nennt diesen Kasten „Übersicht mit KI“, im Folgenden kurz KI-Übersicht. Große europäische Medienhäuser haben deswegen Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht, und auch in unserer Branche hört man über die Funktion kaum ein gutes Wort.

Ich arbeite seit 1999 mit Suchmaschinen und sehe das anders. Von allen KI-Suchen ist die KI-Übersicht die, mit der das offene Web am ehesten leben kann, weil sie ihre Quellen verlinkt. Das gilt aber nur, solange Google sich an eine Abmachung hält, die nie jemand aufgeschrieben hat: Websites lassen Google ihre Seiten lesen, und Google schickt ihnen dafür Leser. Was von dieser Abmachung heute noch trägt und wo in Deutschland Gesetzgeber und Behörden mitreden, darum geht es hier.

Wie die KI-Übersicht ihre Quellen auswählt und wie man dort erscheint, erklärt unser Leitfaden zur Übersicht mit KI.

Was die KI-Übersicht Websites in Deutschland kostet

Die Zahlen stammen von Sistrix, einem Bonner Anbieter von SEO-Software. Für seine Auswertung vom Februar 2026 hat das Unternehmen über 100 Millionen Suchbegriffe untersucht.

  • 20 %der untersuchten Suchbegriffe zeigen eine KI-ÜbersichtSistrix, Februar 2026
  • 27 % → 11 %Klickrate auf Position 1, ohne und mit KI-ÜbersichtSistrix
  • 265 Mio.organische Klicks fehlen pro Monat in der deutschen Google-SucheSistrix
  • 31,6 Mio.Klicks im Monat verliert allein die deutschsprachige WikipediaSistrix

Über alle Klicks gerechnet fehlen im Schnitt 6,6 %. Hinter diesem Durchschnitt stecken große Unterschiede: Rezeptseiten verlieren rund 1 %, Elternportale über 24 %. Die Aufschlüsselung nach Branchen steht in unserem Beitrag zur Zero-Click-Suche. Wie stark die eigene Website betroffen ist, zeigt die Search Console nur zum Teil. Der Bericht zu generativer KI zählt Impressionen, aber keine Klicks, und die Klicks aus der KI-Übersicht stecken im Leistungsbericht unter dem Suchtyp „Web“, vermischt mit den normalen Treffern.

Besonders bitter ist die Wikipedia-Zahl. Ausgerechnet das Projekt, aus dem KI-Systeme besonders viel Wissen schöpfen, verliert Besucher an eine Technik, die von ihm lernt.

Was die KI-Übersicht Google kostet

Finanziell schmerzt die KI-Übersicht den Konzern zunächst kaum. Das meiste Geld verdient er mit Suchanzeigen, und die stehen weiter über und unter der KI-Übersicht. In den Google-Ads-Konten unserer Kunden sehe ich seit Jahren dasselbe Bild: Der weitaus größte Teil des Budgets geht in Suchkampagnen. Wie weit Suchanzeigen und Werbenetzwerk auseinanderliegen, zeigt der Jahresbericht von Alphabet.

Suche und eigene Dienste Anzeigen in der Suche, in Maps, Play und Co. 224,5 Mrd. $ Google-Netzwerk auf fremden Websites, mit AdSense 29,8 Mrd. $
Umsatz von Alphabet 2025: Das Werbenetzwerk auf fremden Websites schrumpfte von 30,4 auf 29,8 Milliarden US-Dollar und brachte nicht einmal ein Siebtel dessen ein, was Google mit der Suche und seinen anderen eigenen Diensten erlöste. Quelle: Jahresbericht von Alphabet 2025.

Gefährlich wird es für Google erst auf lange Sicht, beim Nachschub. Die KI-Übersicht schreibt nichts Eigenes, sie verdichtet, was Redaktionen, Händler und Fachleute veröffentlicht haben. Was geschieht, wenn solche Quellen versiegen und KI-Texte an ihre Stelle treten, hat eine Studie in Nature 2024 im Labor nachgestellt.

Was passiert, wenn KI von KI lernt

Die Nature-Studie hat KI-Modelle mit den Texten anderer KI-Modelle trainiert. Ersetzt man echte Texte Generation für Generation durch maschinell erzeugte, verschwinden zuerst die Randfälle: seltene Fakten, Ausnahmen, Fachdetails. Nach einigen Runden liefern die Modelle nur noch Unsinn. Die Autoren nennen das Modellkollaps.

Deshalb halte ich den Kreislauf, von dem das Web lebt, für wichtiger als jede einzelne Klickrate. Wer schreibt, wird gefunden; wer gefunden wird, bekommt Besucher; und wer Besucher bekommt, hat einen Grund, weiterzuschreiben.

1. Menschen schreiben Texte, Daten, Erfahrung 2. Google ordnet sortiert, fasst zusammen 3. Leser klicken weiter Besuche, Käufe, Abos 4. Die Arbeit lohnt sich Einnahmen und Motivation Bruchstelle wenn die Antwort auf der Ergebnisseite bleibt Solange der Kreislauf läuft, hat auch die KI frisches Material.
Die Bruchstelle liegt beim Klick. Bleibt die Antwort auf der Ergebnisseite, fehlt der Grund zum Weiterschreiben, und der KI geht auf Dauer frisches Material aus.

Warum Google nicht darauf verzichten konnte

Seit ChatGPT Ende 2022 erschienen ist, stellen immer mehr Menschen ihre Fragen einem Chatfenster statt einer Suchmaschine. Wie weit das in Deutschland inzwischen geht, zeigt eine Bitkom-Befragung vom Herbst 2025: Jeder zweite Internetnutzer hierzulande fragt zumindest gelegentlich einen KI-Chat, wo er früher gegoogelt hätte.

Gleichzeitig hatte die Suche selbst an Qualität verloren. In einer Studie mit dem Titel „Is Google Getting Worse?“ beobachtete ein Forschungsteam der Universität Leipzig und der Bauhaus-Universität Weimar ein Jahr lang 7.392 Suchanfragen nach Produkttests. Bei allen großen Suchmaschinen stieß es auf dasselbe Problem: viele stark auf Suchmaschinen getrimmte Seiten mit Affiliate-Links und wenig Substanz. Wie groß das Problem war, räumte Google selbst ein: Nach dem Core-Update vom März 2024 meldete das Unternehmen 45 % weniger minderwertige Inhalte ohne eigenen Mehrwert in den Ergebnissen.

Hätte Google in dieser Lage stillgehalten, wären viele Nutzer zu Diensten abgewandert, die ihre Quellen kaum verlinken. Wie das aussieht, erlebe ich bei den meisten KI-Assistenten. Frage ich nach Handwerksbetrieben in einer bestimmten Stadt, bekomme ich sofort eine brauchbare Liste mit Namen. Die Websites der Betriebe muss ich danach aber selbst heraussuchen. Einige Assistenten haben inzwischen nachgebessert, doch das ist die Ausnahme.

Fehlende Links sind dabei mehr als ein Ärgernis für Websitebetreiber. In derselben Bitkom-Befragung sagten 42 % der KI-Nutzer, sie hätten schon falsche oder erfundene Antworten bekommen. Wer die Quelle nicht mit einem Klick prüfen kann, muss der Maschine glauben. Die Menschen hätten ihre Antworten so oder so von einer KI bekommen. Offen war nur, von welcher, und ob von der Antwort noch ein Weg zur Quelle führt.

Recht statt Kulanz? Was in Deutschland gilt

Was Google den Websites schuldet, muss in Deutschland nicht Google allein entscheiden. Es gibt drei rechtliche Hebel, und jeder setzt an einer anderen Stelle an.

Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger

Presseverlage haben ein eigenes Schutzrecht, das in seiner heutigen Fassung seit dem 7. Juni 2021 gilt (§§ 87f bis 87k UrhG). Onlinedienste brauchen die Erlaubnis des Verlags, wenn sie Presseveröffentlichungen öffentlich zugänglich machen, und die Verlage müssen ihre Urheber, etwa Journalisten und Fotografen, an den Lizenzeinnahmen angemessen beteiligen. Frei bleiben nach § 87g Abs. 2 UrhG unter anderem die Nutzung der Tatsachen aus einem Artikel und die Nutzung „einzelner Wörter oder sehr kurzer Auszüge“.

Die KI-Übersicht bewegt sich genau im Grenzbereich dieser beiden Ausnahmen. Sie gibt Tatsachen aus Artikeln in eigenen Worten wieder, und wie kurz ein „sehr kurzer Auszug“ sein muss, ist schon bei klassischen Snippets umstritten. Gerichtlich geklärt ist beides für KI-Antworten nicht. Wichtig für alle, die keinen Verlag betreiben: Das Leistungsschutzrecht gilt nur für Presseverlage. Onlineshops, Firmenwebsites und die meisten Blogs können sich nicht darauf berufen. Für sie bleibt der Nutzungsvorbehalt aus dem nächsten Abschnitt der naheliegende Hebel, und der ist gegenüber der Suche schwach.

Wie zäh schon die Durchsetzung bei klassischen Suchergebnissen ist, zeigt der Streit zwischen Google und Corint Media, der Verwertungsgesellschaft vieler deutscher Verlage. Es geht dabei um die Höhe der Vergütung für Presseinhalte insgesamt, nicht speziell um KI. Solange darüber gestritten wird, zahlt Google im Rahmen einer Interimsvereinbarung jährlich 3,2 Millionen Euro.

Der Nutzungsvorbehalt beim Text und Data Mining

Ebenfalls seit dem 7. Juni 2021 erlaubt § 44b UrhG, Werke für das Text und Data Mining zu vervielfältigen, also für das automatische Auswerten von Texten, Bildern und anderen Daten, auch zu kommerziellen Zwecken. Rechtsinhaber können sich diese Nutzung vorbehalten; bei online abrufbaren Werken wirkt der Vorbehalt aber nur, wenn er maschinenlesbar ist. Ob ein Vorbehalt in natürlicher Sprache, etwa in den Nutzungsbedingungen, als maschinenlesbar gilt, könnte der Bundesgerichtshof im Fall LAION klären; verkündet werden soll die Entscheidung am 17. Dezember 2026. Seit dem 2. August 2025 verlangt außerdem die europäische KI-Verordnung in Art. 53 von Anbietern von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck eine Strategie, mit der sie solche Vorbehalte erkennen und einhalten.

Ob sich Google bei der KI-Übersicht überhaupt auf § 44b stützen kann, ist ungeklärt. Die Vorschrift erlaubt Kopien zur Analyse, nicht die Wiedergabe der Inhalte auf Googles Ergebnisseite, und die KI-Übersicht wertet Seiten bei jeder Suche neu aus, statt mit ihnen nur ein Modell zu trainieren. Praktisch half der Vorbehalt lange wenig: Für die Suche beachtete Google kein eigenes Signal, sondern nur die Sperre des Googlebot. Wer die KI-Übersicht meiden wollte, musste mit der Angabe nosnippet auch die normalen Textausschnitte opfern oder den Googlebot aussperren und damit aus der Suche verschwinden. Ein Eintrag für Google-Extended in der robots.txt hilft hier nicht: Er regelt laut Google nur die Nutzung für Gemini-Modelle und wirkt sich nicht auf die Google-Suche aus.

Kartellrecht und Digital Markets Act

Das Bundeskartellamt hat mit Beschluss vom 30. Dezember 2021 festgestellt, dass Alphabet eine „überragende marktübergreifende Bedeutung für den Wettbewerb“ hat (§ 19a GWB). Damit kann das Amt Google bestimmte Verhaltensweisen untersagen, ohne eine beherrschende Stellung auf einem einzelnen Markt nachweisen zu müssen. Dass es Google auch bei Presseinhalten genau beobachtet, zeigte das Verfahren zu Google News Showcase. Im Laufe dieses Verfahrens verzichtete Google darauf, Showcase in die allgemeine Suche einzubauen, änderte seine Verträge so, dass Verlage ihr Leistungsschutzrecht weiter geltend machen können, und legte Corint Media ein Vergütungsangebot vor.

Auf europäischer Ebene hat die EU-Kommission die Google-Suche am 6. September 2023 als zentralen Plattformdienst nach dem Digital Markets Act benannt. Seit März 2024 darf Google eigene Angebote dort im Ranking nicht bevorzugen. Außerdem prüft die EU-Kommission seit dem 9. Dezember 2025, ob Google seine marktbeherrschende Stellung missbraucht (Art. 102 AEUV), indem es Inhalte von Websites für die KI-Übersicht und den KI-Modus nutzt, ohne die Betreiber angemessen zu vergüten. Geprüft wird auch, ob die Betreiber diese Nutzung ablehnen können, ohne ihre Sichtbarkeit in der Google-Suche zu verlieren. Am 10. Februar 2026 hat der European Publishers Council, ein Zusammenschluss großer europäischer Medienhäuser, bei der Kommission zusätzlich Beschwerde eingereicht.

Der neue Ausstieg in der Search Console

Seit dem 31. August 2026 gibt es den fehlenden Schalter. Sie finden ihn in der Search Console unter „Einstellungen“ im Bereich „Generative KI in der Google Suche“. Wer ihn nutzt, erscheint weder in der KI-Übersicht noch im KI-Modus noch in den generativen KI-Funktionen von Discover. Auf die normalen Suchergebnisse wirkt sich das laut Google nicht aus. Angestoßen hat den Schalter eine Entscheidung der britischen Wettbewerbsbehörde CMA vom Juni 2026; Google hat ihn dann aber für alle Websites weltweit freigeschaltet. Für deutsche Websites beruht der Schalter damit auf Googles Entgegenkommen, nicht auf deutschem Recht.

Wirklich frei ist diese Wahl trotzdem nicht. Die Wettbewerbsrechtler Spencer Cohen und Todd Davies haben schon im April 2026, als der Ausstieg erst ein Vorschlag der CMA war, einen Aufsatz mit dem Titel „Opt-out remedies will not fix AI overviews“ veröffentlicht. Ihr Argument: Websites, die in der KI-Übersicht als Quelle genannt werden, bekommen mehr Klicks als Websites, die dort fehlen. Wer aussteigt, verzichtet auf genau diese Klicks und steht schlechter da als die Konkurrenz. Das eigentliche Problem, dass Google die Frage gleich selbst beantwortet, löst der Ausstieg nicht.

Es gibt auch einen Mittelweg. Wer nur einzelne Passagen schützen will, kann sie mit data-nosnippet markieren oder die Länge der Textausschnitte mit max-snippet begrenzen. Beides wirkt laut Google auch auf die KI-Funktionen, allerdings ebenso auf das normale Snippet.

Den meisten Websitebetreibern rate ich vom Ausstieg ab. Ein Onlineshop, eine Arztpraxis oder ein Handwerksbetrieb verliert damit Sichtbarkeit und gewinnt kaum etwas. Mehr bringt es, Besuchern einen Grund zu geben, trotz der Zusammenfassung zu klicken. Diesen Grund liefert nur, was sich nicht aus fremden Texten zusammensetzen lässt, etwa eigene Erfahrungen und Messwerte, ein Rechner, der wirklich rechnet, oder aktuelle Informationen aus Ihrer Stadt. Auf solche Seiten klicken Besucher auch dann noch, wenn die Zusammenfassung schon oben steht, und nach meiner Beobachtung nennt Google sie auch häufiger als Quelle. Wie wir Websites dafür aufstellen, beschreiben unsere Seiten zu GEO (Generative Engine Optimization) und AIO. Mit AIO meinen wir unseren Ansatz für KI-Assistenten wie ChatGPT und Gemini, nicht die in der Branche verbreitete Abkürzung für AI Overviews.

Anders kann die Rechnung für Verlage aussehen, deren Geschäft auf dem vollständigen Text beruht. Für sie ist der Ausstieg eher ein Druckmittel in Verhandlungen als eine Frage der Suchmaschinenoptimierung.

Was ich von Google erwarte

Ich messe Google an vier Erwartungen: Quellen sichtbar verlinken, Leser weiterschicken, Vorbehalte respektieren und fair bezahlen. Bewegt hat sich Google dabei vor allem unter Druck. Den Ausstieg gibt es erst seit einer Entscheidung der britischen CMA, die Zahlungen an Corint Media erst nach langem Streit und unter den Augen des Bundeskartellamts. Meine Bilanz, Stand Herbst 2026:

ErwartungStandMeine Bewertung
Quellen sichtbar verlinkenJede KI-Übersicht verlinkt ihre Quellen. Die britische CMA verlangt seit Juni 2026 zusätzlich deutliche Links zu den Verlagen, allerdings nur in Großbritannien.Weitgehend erfüllt. Die deutlicheren Links, die London erzwungen hat, gelten bisher nur in Großbritannien.
Leser weiterschickenNach Sistrix fällt die Klickrate auf Position 1 mit KI-Übersicht von 27 % auf 11 %. Überprüfbare Klickzahlen aus der Übersicht veröffentlicht Google nicht.Deutlich schwächer als früher und schwer nachzuprüfen.
Vorbehalte respektierenAusstieg über die Search Console seit dem 31. August 2026; ein Vorbehalt in der robots.txt, etwa für Google-Extended, wirkt für die Suche nicht.Nur über Googles eigenen Schalter, und wer aussteigt, verliert die Klicks als Quelle.
Fair bezahlen3,2 Millionen Euro im Jahr an Corint Media als Zwischenlösung; seit Dezember 2025 ein bezahltes KI-Pilotprojekt mit einigen Verlagen, darunter der Spiegel.Ein Anfang, mehr nicht.

Vollständig erfüllt ist keine der vier Erwartungen. Für mein Urteil zählt deshalb vor allem, ob Google bei diesen Punkten nachlegt oder zurückrudert.

Warum ich an diese Abmachung glaube

Mit Suchmaschinen arbeite ich fast so lange, wie es Google gibt; wie Google als BackRub anfing, erzählt ein eigener Beitrag. Ab 2004 war ich ehrenamtlicher Editor im Open Directory Project, besser bekannt als DMOZ. Ins Verzeichnis kam dort keine Website, die nicht vorher ein Mensch angesehen hatte: Tausende Freiwillige prüften jede Anmeldung einzeln, ordneten sie einer Kategorie zu und sortierten Spam aus. Diese Daten flossen in das hauseigene Google Directory, bis Google das Verzeichnis am 20. Juli 2011 abschaltete; im März 2017 schloss auch DMOZ.

Was wir damals von Hand erledigten, beschreibt Google bis heute als seine Aufgabe: „die Informationen dieser Welt zu organisieren und sie allgemein zugänglich und nutzbar zu machen“. Auch Googles Geschäft baute auf der Abmachung auf: Seit 2003 verdienen Websitebetreiber über AdSense mit, wenn Google auf ihren Seiten Anzeigen ausspielt. Ich habe also über zwei Jahrzehnte erlebt, dass beide Seiten von der Abmachung leben können. Deshalb gebe ich sie nicht leichtfertig verloren.

Mein Fazit

Ich verstehe jeden Verlag, der gegen die KI-Übersicht vorgeht, denn auch als Hochrechnung sind 265 Millionen fehlende Klicks im Monat ein echter Schaden. Trotzdem ist mir eine KI-Suche, die ihre Quellen verlinkt, lieber als ein Chatfenster, aus dem kein Weg zu den Quellen führt. Deshalb stehe ich hinter der KI-Übersicht, aber nicht bedingungslos. Zeigen unabhängige Messungen, dass Google noch weniger Leser weiterschickt, oder nimmt Google bei Vorbehalten oder Vergütung Zugeständnisse zurück, ist meine Unterstützung vorbei. Die Hebel, um Google dann in die Pflicht zu nehmen, liegen bei der EU-Kommission, beim Bundeskartellamt und bei den Gerichten; ob sie greifen, zeigen die laufenden Verfahren.

Häufige Fragen

Was ist die Übersicht mit KI?

Die Übersicht mit KI ist Googles KI-Zusammenfassung über den Suchergebnissen, international AI Overviews genannt. In Deutschland gibt es sie seit dem 26. März 2025; der KI-Modus, ein eigener Bereich für Nachfragen im Dialog, kam am 7. Oktober 2025 dazu.

Kann ich meine Website aus der Übersicht mit KI herausnehmen?

Ja, seit dem 31. August 2026 über die Search Console, unter „Einstellungen“ im Bereich „Generative KI in der Google Suche“. Ihre Seiten erscheinen dann weder in der Übersicht mit KI noch im KI-Modus noch in den KI-Funktionen von Discover. Die normalen Suchergebnisse bleiben laut Google unberührt, Klicks als Quelle der Übersicht entfallen aber.

Hilft ein Eintrag für Google-Extended in der robots.txt?

Für die Suche nicht. Google-Extended regelt, ob Google Inhalte für Gemini-Modelle und die Gemini-App nutzen darf; auf die Google-Suche wirkt es sich laut Google nicht aus. Für die Übersicht mit KI ist die Einstellung in der Search Console zuständig.

Gilt das Leistungsschutzrecht auch für meine Website?

Nur wenn Sie Presseveröffentlichungen herausgeben, also als Presseverlag gelten. Shops, Firmenwebsites und die meisten Blogs fallen nicht darunter. Ob Google für die Übersicht mit KI eine Lizenz nach dem Leistungsschutzrecht braucht, hat noch kein Gericht entschieden. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Kann man die Übersicht mit KI als Nutzer abschalten?

Nein, Google behandelt sie als festen Bestandteil der Suche. Nach einer Suche zeigt der Filter „Web“ aber nur klassische Links.

Welches KI-Modell steckt hinter der Übersicht mit KI?

Gemini-Modelle, die Google für die Suche angepasst hat, seit Januar 2026 Modelle der Reihe Gemini 3. Die Übersicht gehört zur Suche und ist nicht dasselbe wie die Gemini-App. Mehr dazu in unserem Beitrag über Google Gemini.

Quellen

Von Google

Gesetze, Gerichte und Behörden

Forschung

Marktdaten

  • Sistrix, Auswertung zur Übersicht mit KI in Deutschland, über 100 Millionen Keywords, veröffentlicht im Februar 2026.
  • Bitkom, Befragung zur Nutzung von KI-Chats und Suchmaschinen in Deutschland, Herbst 2025.