Open Directory Project, auf Deutsch das offene Verzeichnis, war das größte von Menschen gepflegte Verzeichnis des Internets. Das ODP wurde am 17. März 2017 geschlossen. Was jetzt folgt, gehört in die Zeit, als das Verzeichnis noch lief, und zu unserer eigenen Arbeit als Editor darin. In Zahlen sah das ODP so aus: 4.056.658 Websites, 90.355 Editoren und 1.024.707 Kategorien. Solange das Verzeichnis online war, wuchsen diese Zahlen Tag für Tag kräftig. Nach den Erhebungen von Netcraft gab es damals 166 Milliarden Webseiten. Rechnet man das kurz gegeneinander, dann waren 0,0024 % davon im ODP verzeichnet. Als einer der Editoren kann ich Ihnen sagen: der Weg war damals noch weit, denn es warteten sehr viele Anmeldungen auf ihre Prüfung.

0,0024 % aller Websites waren im ODP verzeichnet.

Was war DMOZ, kurz gesagt

DMOZ.org entstand aus dem Gedanken, dass ein Mensch die Güte einer Website besser beurteilt als eine Maschine. Gegründet wurde das Verzeichnis unter dem Namen GnuHoo, später NewHoo, 1998 kaufte Netscape es, danach ging es an AOL. Die in den Kategorien gelisteten Websites wurden von Editoren nach festen Leitlinien geprüft, nach Inhalt und nach Gestaltung. Hielt der Editor die Website für gut, nahm er sie ins ODP auf. Für die Zukunft einer Webseite hatte dieser Vorgang großes Gewicht.

Startseite des Open Directory Project mit seinen Kategorien

Denke ich an unsere eigene Arbeit an Websites zurück, dann bestand SEO damals zur Hälfte darin, ins DMOZ zu kommen. Wenn Sie ein rundum sauberes Projekt abgeliefert hatten, Ihre Inhalte eigenständig waren und Ihre Branche etwas Neues davon hatte, dann war die Aufnahme ins DMOZ das Natürlichste der Welt. Falls SEO für Sie noch Neuland ist, lesen Sie vorher unseren Beitrag Was ist SEO.

Eine Website, die im DMOZ gelistet war, kam bei diesen Suchmaschinen leichter zu einer Position:

AOL, Ask, Bing, Blekko, DuckDuckGo, Gigablast, Google, ixquick, Yahoo, Yandex, Yippy

Damals griffen 99,9 % der Suchmaschinen dieser Welt auf die Daten des ODP zurück und nahmen das Verzeichnis als Ausgangspunkt für ihre eigene Prüfung. Eine Website, die dort stand, wurde anders behandelt als eine, die fehlte.

Ein Eintrag auf DMOZ.org war ein Vorrecht. Denn: das Ansehen des ODP stand bei den Suchmaschinen und bei allen entwickelten Plattformen des Internets ganz oben. Bis zur Schließung kam nichts Brauchbareres nach, und so gab DMOZ.org dem Internet über viele Jahre die Richtung vor.

Warum ein Eintrag für Ihre Firma wichtig war

Hatte die Website Ihrer Firma eigene Inhalte und eine ansehnliche, brauchbare Gestaltung, dann durften Sie dem ODP eine Website vorschlagen. Wer sich in seinem Feld wirklich auskannte, konnte sich außerdem als Editor bewerben. Ich gehörte seit 2005 dazu, und für meine eigene Entwicklung hat mir das ODP außerordentlich viel gebracht. Dazu kam das Vergnügen, ständig mit den Leuten an einem Tisch zu sitzen, die das türkische Internet lenkten.

Eine Website schlugen Sie so vor: Sie begannen in der türkischen Kategorie des DMOZ, suchten die Kategorie, die zu Ihrer Website passte, und nahmen oben rechts den Link Website vorschlagen. Weil das Verzeichnis geschlossen ist, führen diese Adressen heute ins Leere.