Was ist das Internet?

Am einfachsten erklärt sich das Internet als „Netz der Netze“. Es verbindet, wenn man so will, die Computernetze aus aller Welt zu einem einzigen Gebilde. Es ist kein einziger großer Computer, sondern eine Vielzahl miteinander verbundener Computernetze.

Wenn Sie sich von zu Hause aus bei Ihrem Internetanbieter einwählen, hängen Sie Ihren Rechner in Wirklichkeit an ein Netz. Sind Sie an einer Hochschule, dann gehen Sie über das Netz Ihrer Einrichtung ins Internet, und dieses Netz hängt wiederum am Wissenschaftsnetz, das Hochschulen und Bibliotheken verbindet. Das „Rückgrat“ all dieser Verbindungen ist das, was Sie vielleicht als „Datenautobahn“ kennen: das Internet.

internet nedir

Wie das Internet entstand

Das Internet begann in den 1960er Jahren als Weg für Forscher der Regierung, Wissen zu teilen. In den 60er Jahren waren Computer groß und unbeweglich, und um an die Daten auf irgendeinem Rechner zu kommen, musste man entweder dorthin fahren, wo er stand, oder magnetische Bänder mit der gewöhnlichen Post verschicken.

Ein weiterer Auslöser für die Entstehung des Internets war der sich zuspitzende Kalte Krieg. Als die Sowjetunion den Satelliten Sputnik startete, brachte das das US-Verteidigungsministerium dazu, darüber nachzudenken, wie sich Wissen selbst nach einem Atomschlag verbreiten ließe. Und das führte schließlich zur Gründung des ARPANET (Advanced Research Projects Agency Network), also jenes Netzes, das wir heute als Internet kennen. Das ARPANET war ein großer Erfolg, die Teilnahme blieb aber auf bestimmte akademische Einrichtungen und Forschungshäuser beschränkt, die Verträge mit dem Verteidigungsministerium hatten. Als Antwort darauf entstanden weitere Netze, um Wissen teilen zu können.

Der 1. Januar 1983 gilt als der offizielle Geburtstag des Internets. Davor gab es keinen einheitlichen Weg, auf dem die verschiedenen Computernetze miteinander sprechen konnten. Also wurde ein neues Protokoll geschaffen, das Transfer Control Protocol / Internet Protocol (TCP/IP). Damit konnten unterschiedliche Rechnertypen in unterschiedlichen Netzen miteinander „sprechen“. Das ARPANET und das Defense Data Network stellten am 1. Januar 1983 offiziell auf den Standard TCP/IP um, und damit war das Internet geboren. Von da an ließen sich alle Netze über eine gemeinsame Sprache verbinden.

ilk bilgisayar

Das Bild oben zeigt ein maßstäbliches Modell des UNIVAC I (der Name stand für Universal Automatic Computer), der 1951 an das Volkszählungsamt geliefert wurde. Dieser Rechner wog rund 16.000 Pfund, arbeitete mit 5.000 Vakuumröhren und schaffte etwa 1.000 Rechenschritte in der Sekunde. Er war nicht nur der erste amerikanische Rechner für den Handel, sondern auch der erste, der für den geschäftlichen Einsatz gebaut wurde. (Geschäftsrechner wie der UNIVAC verarbeiteten Daten langsamer als Maschinen vom Typ IAS, waren dafür aber auf schnelle Ein- und Ausgabe ausgelegt.) Die ersten Geräte gingen an Behörden, an die A.C. Nielsen Company und an die Prudential Insurance Company. Der erste UNIVAC für geschäftliche Zwecke wurde 1954 bei der General Electric Appliance Division für die Lohnbuchhaltung aufgestellt. Bis 1957 hatte Remington-Rand, das 1950 die Eckert-Mauchly Computer Corporation gekauft hatte, sechsundvierzig Maschinen verkauft.

Im Internet steckt mehr als das World Wide Web

Wenn wir ans Internet denken, kommt uns meistens nur das World Wide Web in den Sinn. Das Web ist aber nur einer von mehreren Wegen, um Angaben aus dem Internet zu holen. Diese verschiedenen Arten der Verbindung heißen Protokolle. Für jedes dieser Protokolle können Sie ein eigenes Programm nehmen, brauchen es aber wahrscheinlich nicht: viele Browser lassen Sie über die meisten Protokolle an Dateien heran. Unten stehen drei Gruppen von Internetdiensten und Beispiele für die Dienste in jeder Gruppe.

Protokolle zum Abrufen von Dateien

Ein solcher Dienst gehörte zu den ältesten Wegen, Angaben von Rechnern im Netz zu holen. Sie konnten die Namen der Dateien sehen, die auf dem Rechner lagen, hatten aber keinerlei Grafik, und manchmal fehlte jede Beschreibung des Inhalts. Sie mussten also ziemlich genau wissen, in welcher Datei das steckt, was Sie suchen.

FTP (File Transfer Protocol)

Das gehört zu den ersten Internetdiensten überhaupt und erlaubt es, Dateien von einem Rechner auf einen anderen zu bewegen. Mit einem FTP-Programm meldet sich ein Nutzer an einem entfernten Rechner an, sieht dessen Dateien durch und lädt sie herunter oder hoch, sofern der Rechner das zulässt. Es kann sich um jede Art von Datei handeln, der Nutzer sieht aber nur den Dateinamen; eine Beschreibung des Inhalts gibt es nicht. Wenn Sie aus dem World Wide Web ein Programm herunterladen, begegnet Ihnen womöglich das FTP-Protokoll. Viele Seiten mit Programmen zum Herunterladen arbeiten damit.

ftp

Gopher

Gopher bietet Dateien zum Herunterladen samt einiger Beschreibungen an, damit Sie leichter finden, was Sie brauchen. Die Dateien liegen auf dem entfernten Rechner hierarchisch geordnet, so wie die Dateien auf Ihrer eigenen Festplatte. Dieses Protokoll ist heute nicht mehr verbreitet, einige laufende Gopher-Seiten finden Sie aber noch.

gropher

Telnet

Mit dem Telnet-Protokoll verbinden Sie sich mit einem Programm auf einem entfernten Rechner und benutzen es. Meist gehen Sie per Telnet auf eine bestimmte Anwendung, die auf einem Server liegt, und arbeiten damit, als läge sie auf Ihrem eigenen Rechner. Auch dafür brauchen Sie ein eigenes Programm.

telnet

Protokolle zur Kommunikation

E-Mail, Newsgroups und Chat

Das sind Protokolle für Nachrichten, mit denen Nutzer zeitversetzt kommunizieren (Sender und Empfänger müssen nicht gleichzeitig online sein, etwa bei E-Mail) und zugleich in Echtzeit (so wie im „Live“-Chat).

E-Mail-Listen

Dieser Weg der Kommunikation im Internet ist zum Standard geworden. Der Hauptrechner spielt das „Postamt“ und verschickt und empfängt Post für alle, die ein Konto haben. Diese Post holen Sie über eines der vielen E-Mail-Programme oder über E-Mail-Konten im Web ab. E-Mail ist ein Beispiel für zeitversetzte Kommunikation im Internet.

E-Mail bringt Ihnen außerdem Zugang zu E-Mail-Listen. Sie können eine Liste zu jedem beliebigen Thema oder Interessengebiet abonnieren und bekommen dann die Nachrichten der übrigen Abonnenten. Aus dem Austausch zwischen Abonnenten mit ähnlichen Interessen entstehen E-Mail-Gemeinschaften.

Usenet

Usenet ist so etwas wie ein schwarzes Brett oder eine E-Mail-Liste, nur ohne Abonnement. Jeder kann in einer Usenet-Newsgroup eine Nachricht hinterlassen oder darin stöbern. Usenet-Nachrichten bleiben auf dem Server nur eine festgelegte Zeit liegen und werden danach selbsttätig gelöscht, während Nachrichten einer E-Mail-Liste dort bleiben, bis der Kontoinhaber sie abholt. Viele E-Mail-Programme und Browser lassen Sie Konten für Usenet-Newsgroups anlegen.

IRC (Internet Relay Chat)

Dieses Protokoll erlaubt Kommunikation in Echtzeit: Nutzer an verschiedenen Rechnern irgendwo auf der Welt sprechen „live“, also gleichzeitig, miteinander. Auf eine Nachricht, die Sie schreiben, sehen Sie die Antworten mehrerer Menschen sofort. Dafür brauchen Sie ein eigenes Programm, das Sie meist kostenlos aus dem Web laden.

Protokoll für multimediale Inhalte

Hypertext Transfer Protocol, besser bekannt als „das Web“

Das World Wide Web ist der jüngste Baustein und wurde Ende der 1980er Jahre am Europäischen Laboratorium für Teilchenphysik in der Schweiz entwickelt. Dieses Protokoll setzte sich in der Öffentlichkeit rasch durch und wurde zum beliebtesten Weg, Angaben ins Internet zu stellen und daraus zu holen. Das Web gibt Ihnen nicht nur Zugang zu Dateien zum Herunterladen, sondern erlaubt Ihnen über eine Reihe von Verweisen auch, von Seite zu Seite zu springen.

Das auffälligste Merkmal des Webs ist die Art, wie Text ausgezeichnet wird. Für Text, Grafik, Animation, Ton und andere Dateiarten dient eine Reihe von „Tags“ zur Auszeichnung und Formatierung. Diese Tags heißen HTML (HyperText Markup Language). Die HTML-Dateien erscheinen auf Ihrem Bildschirm so, wie es die Tags in ihrer Auszeichnung vorgeben. Den „Quelltext“ jeder Webseite sehen Sie, indem Sie in der Menüleiste Ihres Browsers „Seitenquelltext anzeigen“ wählen.

Die meisten Browser lassen Sie neben dem Hypertext Transfer Protocol auch über FTP, Gopher, Telnet und E-Mail an Inhalte heran, unter Umständen brauchen Sie dafür aber Hilfsprogramme. Das sind Programme, die zusammen mit dem Browser laufen und Zugang zu verschiedenen Protokollen und Dateiarten geben.

Browser und Navigation

Der Aufstieg des World Wide Web

Ein Browser ist das Programm, mit dem Sie sich Dateien im World Wide Web ansehen. Es gibt Browser für Text oder fürs Terminal wie Lynx, die Ihnen nur den Text einer Datei im Web zeigen. Die meisten Browser sind heute grafisch und zeigen Text, Grafik und andere multimediale Inhalte.

Es gibt viele Arten von Browsern; damals waren Microsoft Internet Explorer und Netscape die verbreitetsten. Beide behaupteten von sich, besser und schneller zu sein als der andere, und welchen man nahm, war meist Geschmackssache. Weil manche Webseiten für bestimmte Browser gebaut waren, konnte es durchaus zählen, welchen Sie benutzten. Dieselbe Seite sah in verschiedenen Browsern verschieden aus.

Browser

Microsoft Internet Explorer

Internet Explorer hielt damals den Löwenanteil bei der Browsernutzung, war aber später ins Spiel gekommen als sein wichtigster Wettbewerber.

Microsoft bekam in jenen Jahren viel Kritik für den Internet Explorer ab, weil es ihn zu einem untrennbaren und notwendigen Bestandteil des Betriebssystems Windows machte. Die Wettbewerber beklagten, Microsoft versuche sie vom Markt fernzuhalten, indem es den IE zum einzigen Browser mache, der unter Windows wirklich brauchbar sei.

Netscape

Netscape gehörte zu den ersten Browsern für den Handel und beherrschte den Markt, bis Microsoft es mit dem Internet Explorer ernst meinte. Manche Nutzer hielten Netscape die Treue, und es gab Seiten im Web, die sich mit Netscape am besten ansehen ließen.

Wenn Sie in einem dieser Browser eine Website sichern wollten, die Ihnen nützlich erschien und zu der Sie zurückkehren wollten, nahmen Sie dafür die Favoriten (MS Internet Explorer) oder die Lesezeichen (Netscape) in der Menüleiste am oberen Rand.

Google Chrome

Die Suchmaschine Google hat den weltweit meistgenutzten Browser herausgebracht, den Google Chrome Browser.

Uniform Resource Locator (URL)

Der Uniform Resource Locator, kurz URL, ist die „Adresse“ eines Rechners im Netz. Beim Surfen im Web sehen Sie am oberen Rand Ihres Browsers ein Feld für die Adresse. Dort steht die Adresse der Seite, auf der Sie gerade sind. Über diese Adresse finden Sie die Seite wieder, falls Sie vergessen haben, sie in die Lesezeichen zu legen. Tippen Sie die URL in das Adressfeld und drücken Sie die Eingabetaste, dann kommen Sie zu der Seite unter dieser Adresse zurück.

Eine Webadresse sieht im Allgemeinen so aus:

http://www.example.com/

Das http in der Adresse steht für „Hypertext Transfer Protocol“, das Protokoll des World Wide Web, und sagt Ihrem Browser, dass er im Web nach einer Seite suchen soll. Eine URL kann aber auch so aussehen:

ftp://12.456.789

oder
example://example.com.

Der erste Teil der URL vor dem Doppelpunkt sagt dem Browser, welches Protokoll er nehmen soll. Doppelpunkt und zwei Schrägstriche sind bei allen URLs gleich. Meist folgen nach den beiden Schrägstrichen die Buchstaben WWW (World Wide Web), es kommen aber auch andere Buchstaben vor.

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Nach dem ersten Punkt in der URL folgt der Name eines bestimmten Rechners, danach ein weiterer Punkt und dann die sogenannte Domain (.com, .edu, .gov und so weiter). Die Domain zeigt, um welche Art von Gruppe oder Einrichtung es sich handelt. Die URLs sämtlicher Hochschuleinrichtungen in den USA enden zum Beispiel auf .edu.

Suchdienste im Internet

Das Netz ordnen

Die Geschichte der Suchmaschinen (SEO) können Sie ebenfalls nachlesen. Die Arbeit daran, in den Suchmaschinen sichtbarer zu werden, heißt Suchmaschinenoptimierung .

Die schiere Menge an Angaben im Internet kann einen schwindeln lassen. Manche Fachleute schätzten die Zahl der Dokumente im Netz damals auf rund 800 Millionen. Andere sagten, die Zahl lasse sich gar nicht ermitteln. Zum Glück gibt es Werkzeuge, mit denen sich dieser Berg durchsieben lässt: Suchmaschinen und Suchverzeichnisse.

Suchmaschinen sammeln Angaben von Websites und werfen sie mehr oder weniger in eine Datenbank. In einer Suchmaschine steht mehr zur Auswahl, die einschlägigen Angaben herauszuholen ist dafür schwerer.

Suchverzeichnisse versuchen, in die gesammelten Angaben eine Ordnung zu bringen, und die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass Sie etwas zu Ihrem Thema finden. Dafür bieten sie nicht die riesige Menge, die Sie in einer Suchmaschine finden. Die gesammelten Seiten sehen sich Menschen an, die entscheiden, in welche Themenkategorien sie passen.

Suchmaschinen

Suchmaschinen sind im Grunde riesige Datenbanken, in denen die Angaben aus Internetdokumenten liegen. Gesammelt werden sie von einem Programm (genannt „Spider“ oder „Robot“), das durch das Internet läuft und Angaben zu einzelnen Dokumenten einsammelt. Diese Programme arbeiten selbsttätig, oder der Betreiber einer Website bittet sie darum, vorbeizukommen und die Seite in die Datenbank aufzunehmen.

Wenn Sie in einer Suchmaschine suchen, unterscheidet sich auch die Reihenfolge der Ergebnisse von Suchmaschine zu Suchmaschine. Viele listen die Ergebnisse nach ihrer Einschlägigkeit. Faktoren wie

wie oft Ihre Suchwörter auf der Seite vorkommen;
an welcher Stelle der Seite sie stehen; und
wie viele andere Webseiten auf die Seite verweisen
… beeinflussen, wie weit oben eine Seite in der Trefferliste steht. Viele Suchmaschinen lassen Websites dafür zahlen, dass ihre Seiten in den Ergebnissen weiter oben stehen.

Es gibt Hunderte solcher Suchmaschinen im Web, und jede sammelt und ordnet die gefundenen Angaben auf ihre eigene Weise. Die Angaben von einer Website können sämtliche Wörter der Seite umfassen, nur die ersten Sätze im Textkörper, nur den Titel oder nur die Meta-Tags, also die verborgenen Beschreibungen des Inhalts. Verschiedene Suchmaschinen sammeln Verschiedenes, deshalb bekommen Sie bei derselben Suche in verschiedenen Suchmaschinen verschiedene Ergebnisse.

Suchverzeichnisse

Verzeichnisse nehmen Sie am besten, wenn Sie nach etwas suchen, das sich leicht einordnen lässt, etwa „Ingenieurfakultäten in Berlin“. Sie finden das Gesuchte auch ohne eine eingetippte Suche, indem Sie das Verzeichnis durchblättern: Sie beginnen bei einer sehr breiten Kategorie (Bildung) und gehen weiter, bis Sie bei den einzelnen Einträgen für die Hochschulen einer Stadt landen. Sie können natürlich auch ganz normal suchen, nur sammeln Verzeichnisse nicht die Vielfalt an Seiten ein, die eine Suchmaschine zusammenträgt, und deshalb bekommen Sie dort nicht dieselbe Fülle.

Meta-Suchmaschinen

Solche Suchdienste bieten im Internet eine Art „alles aus einer Hand“. Sie bauen eine Suche, und der Meta-Suchdienst schickt sie gleichzeitig an mehrere andere Suchmaschinen und Verzeichnisse, sodass Sie die Ergebnisse von allen an einer Stelle bekommen. Das einzige Problem dabei: Sie bekommen aus jeder Liste nur die ersten Treffer. Steht die gesuchte Seite in der Ergebnisliste eines Dienstes an 10. Stelle und gibt die Meta-Suchmaschine daraus nur die ersten 5 Treffer weiter, dann finden Sie sie nicht. Wenn Sie sich nur einen allgemeinen Eindruck verschaffen wollen, was es im Web gibt, ist eine Meta-Suchmaschine ein guter Anfang.

Allgemeines zum Internet

„Punkt com“, „Punkt gov“: Endungen und Ländercodes

Jede Angabe, mit der Sie in einer Arbeit Ihre Gedanken und Ihre Beweisführung stützen, gehört sorgfältig geprüft. Gedrucktes Material in einer Bibliothek durchläuft eine Bewertung, wenn Bibliothekare es für ihre Sammlung auswählen. Yahoo! und andere Suchverzeichnisse bewerteten die aufgenommenen Websites zumindest insoweit, als sie sie einordneten und in ein Kategorienschema stellten. Seiten dagegen, die „Spider“ oder „Robots“ für Suchmaschinen einsammeln, durchlaufen überhaupt keine Bewertung.

Um im Web etwas zu veröffentlichen, gibt es keine wirkliche Schranke und keinen redaktionellen Ablauf, abgesehen von ein paar Grundkenntnissen im Bau einer Webseite und dem Zugang zu einem Rechner, der sie hostet. Jeder kann Meinungen, Satire, Schwindel oder schlicht Falsches veröffentlichen. Deshalb sollten Sie Fragen an die Websites stellen, die Sie als Quelle heranziehen, um sicher zu sein, dass sie für Ihre Arbeit taugen. Auf die folgenden Punkte sollten Sie achten, bevor Sie sich für eine Website als Quelle entscheiden:

Die Endung des Domainnamens

Der Ausdruck „dot.com“ ist im Englischen allgegenwärtig geworden. „dot.com“ meint eigentlich den Domainnamen einer Website. Die Seiten im Web sind nach ihren URLs danach gruppiert, welche Art von Einrichtung die Angaben liefert. Jede gewerbliche Einrichtung oder Firma mit einer Website hat zum Beispiel die Endung .com, und die steht für eine gewerbliche Einrichtung.

Die Endung des Domainnamens gibt Ihnen einen Hinweis auf den Zweck oder das Publikum einer Website. Sie kann Ihnen außerdem etwas über ihre geografische Herkunft verraten. In Deutschland endet ein Großteil der Websites auf .de.

Unten steht eine Liste der verbreitetsten Endungen und der Arten von Einrichtungen, die sie verwenden.

.com

Gewerbliche Seite. Angaben aus gewerblichem Interesse stellen das beworbene Erzeugnis meist in ein günstiges Licht. Falsch müssen diese Angaben nicht sein, Sie sehen aber womöglich nur einen Teil des Bildes. Vergessen Sie nicht: hinter jeder gewerblichen Seite, die Ihnen etwas mitteilt, steht ein geldwerter Anreiz, sei es die gute Öffentlichkeitsarbeit oder der unmittelbare Verkauf eines Erzeugnisses.

.edu

Bildungseinrichtung. Seiten mit dieser Domain gehören zu Schulen aller Art, vom Kindergarten bis zur Hochschule. Sehen Sie sich die URL Ihrer Einrichtung an, dann werden Sie feststellen, dass sie auf .edu endet. Angaben von Seiten unter dieser Domain gehören sehr genau geprüft. Kommen sie von einem Fachbereich oder einem Forschungszentrum einer Bildungseinrichtung, dürfen Sie sie meist für verlässlich halten. Persönliche Webseiten von Studierenden werden dagegen meist nicht von der Einrichtung überwacht, selbst wenn sie auf deren Server liegen und die Domain .edu tragen.

.gov

Regierung. Wenn Ihnen eine Seite mit dieser Domain begegnet, sehen Sie eine Seite der US-Bundesregierung. Sämtliche Zweige der US-Bundesregierung verwenden diese Domain. Angaben wie Zahlen aus der Volkszählung, Sitzungen des Kongresses und Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs stehen auf Seiten mit dieser Domain. Die Angaben gelten als aus verlässlicher Quelle.

.org

Überliefert eine Einrichtung ohne Gewinnabsicht. Häuser wie das Amerikanische Rote Kreuz oder PBS (Public Broadcasting System) verwenden diese Endung. Meist sind die Angaben auf solchen Seiten verlässlich und unvoreingenommen, es gibt aber auch Einrichtungen wie das National Right to Life Committee und Planned Parenthood, die bestimmte Sichtweisen deutlich stärker vertreten als andere. Diesen Bereich sehen Sie sich heutzutage besser genauer an. Hinter einer Seite mit dieser Endung können durchaus gewerbliche Interessen stehen.

.mil

Militär. Diese Endung verwenden die verschiedenen Teilstreitkräfte der Vereinigten Staaten.

.net

Netz. Unter dieser Endung finden Sie Seiten jeder Art. Sie dient als Auffangbecken für Seiten, die zu keiner der vorigen Endungen passen. Angaben von diesen Seiten gehören sorgfältig geprüft.

Endungen für Länder
.au Australien
.br Brasilien
.it Italien
.ca Kanada
.mx Mexiko
.fr Frankreich
.tr Türkei
.il Israel
.uk Vereinigtes Königreich

Autorität

Nennt die Seite, die Sie prüfen, einen Autor? Ist kein verantwortlicher Autor genannt, gibt es irgendeinen Hinweis auf einen Träger? Wenn Sie herausfinden wollen, wie verlässlich eine Angabe in irgendeinem Medium ist, wollen Sie wissen, welche Qualifikation der Autor mitbringt. Kennt er sich mit dem Thema aus, über das er schreibt? Welche Ausbildung hat er? Vergessen Sie nicht: im Web darf jeder veröffentlichen. Niemand muss wissen, wovon er redet.

Außerdem sollten Sie nachsehen, ob es zu den Angaben auf einer Seite ein Quellenverzeichnis gibt, so wie Sie es für eine eigene Arbeit vorlegen müssten.

Aktualität

Veraltete Angaben können falsch oder lückenhaft sein. Eine gut gepflegte Website sagt Ihnen meist unten auf der ersten Ansicht, wann sie zuletzt aktualisiert wurde, vielleicht sogar, wann sie entstanden ist und seit wann sie im Web steht.

Verweise

Eine Website zur Information, auf der sämtliche Verweise ins Leere führen, ist womöglich keine sehr verlässliche Quelle. Weil sich das Web ständig ändert, sind tote Verweise nicht selten; hat eine Website aber viele davon, ist das ein Zeichen dafür, dass sie nicht regelmäßig gepflegt wird.

URL

Die Adresse einer Seite kann Ihnen Hinweise darauf geben, wer letztlich dahintersteht. Wenn Sie nicht herausfinden, wer die Seite geschrieben hat oder wer sie trägt, kürzen Sie die URL bis auf die Wurzeladresse. Damit sehen Sie, wo die Seite gehostet wird. Diese Seite hier gibt zum Beispiel Auskunft über empfohlene Tagesmengen bei der Ernährung:

Was ist SEO?

Kürzen Sie die URL bis auf die Wurzeladresse https://www.turksem.com, dann entdecken Sie, dass dahinter eine SEO-Agentur steht.

Ein weiterer Hinweis darauf, was für eine Seite Sie vor sich haben, ist das Zeichen ~ (Tilde) in der URL. Es zeigt meist, dass es sich um eine persönliche Webseite handelt und die Angaben sorgfältig geprüft gehören.

Vergleich

Vergleichen Sie die Angaben, die Sie auf einer Website finden, immer mit anderen Quellen. Für eine wissenschaftliche Arbeit wollen Sie sich meist nicht allein auf Websites stützen, also sehen Sie sich auch andere Quellen an, etwa Bücher und Zeitschriftenaufsätze. Wie vergleichen sich Angaben, die in verschiedenen Formen vorliegen?

Quellen

https://groups.google.com/?pli=1
https://www.aol.com/
http://www.internetarsivi.metu.edu/tarihce.php
https://www.academia.edu/43323311/INTERNET
http://www.internetarsivi.metu.edu/10yil.php
https://internet2.edu/