Die Suchintention ist das, was ein Nutzer bei einer Suche im Internet finden will.

Suchmaschinen nehmen diesen Punkt sehr ernst, wenn sie Ergebnisse ausspielen. Täten sie es nicht, wären die Ergebnisse mäßig und niemand würde das Internet zum Suchen benutzen. Die Frage ist: Wie stark berücksichtigen wir diese Absicht, wenn wir unsere SEO-Strategie planen?

Die Ansprüche des Publikums steigen, und es wird für Suchmaschinen wie für Unternehmen und Autoren, die Inhalte veröffentlichen, immer schwerer, ihnen gerecht zu werden.

Suchmaschinen wie Google haben die Suchintention immer im Blick und ziehen bei dem, was sie den Suchenden zeigen, das Tempo an. Sie werden anspruchsvoller. Keine Sorge: In diesem Beitrag bekommen Sie die Schlüssel dafür, damit anzufangen und nützliche Artikel zu schreiben, die gut ranken.

Bevor wir mit einem Webdesign anfangen, stellen wir bei jedem neuen Auftrag zwei Fragen: Wer ist das Publikum dieser Firma, und was will dieses Publikum? Auf den Antworten bauen wir die Website auf.

Wie man aus Keyword-Suchen die Absicht des Nutzers liest

An dieser Stelle fragen Sie sich vielleicht: Waren beim Schreiben eines Artikels oder beim Bau einer Webseite nicht die Keywords das Wichtigste? Keywords zählen nach wie vor. Warum sie trotzdem nicht mehr der einzige Punkt sind, verstehen wir am besten, wenn wir von vorn anfangen.

Suchintention

In seinen ersten Jahren zeigte Google die Suchergebnisse nach einem mathematischen Algorithmus an. Der war stark und neuartig, aber vergleichsweise einfach und stützte sich im Kern auf drei Dinge:

  • Ankertext: Der sichtbare Text, den man anklickt, um auf eine andere Website zu kommen.
  • Keywords auf der Website: Die Keywords, die im Titel, in den Zwischenüberschriften und im Text des Artikels vorkommen sollten.
  • Backlinks: Zahl und Güte der Links, die von anderen Websites auf die Seite zeigen.

Dass Google die Websites damals nach diesen drei Dingen sortierte, machte die Suchmaschine besser als ihre Hauptkonkurrenten AltaVista und Yahoo, denn sie lieferte den Nutzern bessere und passendere Ergebnisse.

Unterm Strich reichte es damals, eine ordentliche Keyword-Analyse zu machen, die Keywords im Text unterzubringen und Backlinks einzusammeln. Genau das brachte aber unechte Websites hervor, die Google mit übertrieben eingesetzten Keywords oder mit einem Haufen künstlicher Links täuschen wollten. Google ging diese Probleme mit einer Reihe von Updates an, ganz reichte es nie. An dieser Stelle beginnt der große Wandel: Die Suchintention kam mit in die Gleichung.

Wir bei Türk SEM glauben, dass Google dieses Verständnis aus den Daten von Google Chrome und Analytics zieht. Daraus lässt sich schließen, dass Google die dort gesammelten Daten verallgemeinert.

Google erkannte, dass sich sein mathematischer Algorithmus ändern und komplizierter werden musste, um das Verhalten der Nutzer besser zu erfassen. Nötig war im Grunde ein Algorithmus, der menschlicher arbeitet, die Güte der Ergebnisse hebt und sich schwerer täuschen oder umgehen lässt. Das war der Moment, in dem die Suchintention ins Spiel kam, und zwar vor allem deshalb, weil zwei neue Dinge in die Gleichung kamen:

  • Das Verhalten der Nutzer: verstehen, wie Nutzer sich auf den Seiten bewegen, und daran ablesen, ob sie dort die Antwort gefunden haben, die sie suchten.
  • Inhalt und Zusammenhang einer Seite semantisch verstehen. (NLP, das erklären wir später einmal in Ruhe, keine Sorge)

Diese zwei neuen Punkte ersetzen die alten aber nicht; sie ergänzen sie. Keywords und Links sind weder verschwunden noch überholt; sie zählen weiterhin. Sie stehen nur nicht mehr allein da: Dazu kommen menschlichere Dinge wie die Güte des Textes und sein Informationswert. Am Ende ist genau das, worauf Nutzer wirklich Wert legen.

Diese Punkte in eine Rangfolge zu bringen, ist wirklich schwer. Alle 5 sind wichtig, würde ich sagen. Zeitweise wiegt aber das eine Kriterium schwerer als die anderen. Wer weiß, vielleicht kommt später ein 6. Punkt dazu. Wenn wir davon ausgehen, dass dieser Text 2024 entstanden ist, kann sich in 3 bis 5 Jahren einiges verschieben.

Zurück zum Thema: Wohin hat das geführt? Für Suchen mit derselben Absicht, etwa “Sport zu Hause” oder “zu Hause abnehmen”, brauchen Sie heute keine zwei getrennten Artikel mehr, weil beide dasselbe Thema behandeln. Früher war das anders, da hätten zwei getrennte Artikel für das Ranking mehr gebracht. Heute schaden Sie damit Ihren eigenen Inhalten: Es entsteht das, was man Kannibalisierung nennt, und die SEO beider Artikel wird schwächer.

Die Arten der Suchintention

Sie wissen jetzt, was die Suchintention ist und warum Sie sie beim Schreiben Ihrer Artikel und beim Bau Ihrer Seite berücksichtigen sollten. Sehen wir uns nun genauer an, dass diese Absicht nicht immer dieselbe istMenschen gehen aus ganz verschiedenen Gründen ins Internet. Diese Gründe zusammen durchzugehen, bringt Sie auf Ideen. Wer versteht, welche Art von Inhalt Menschen suchen, versteht ihr Verhalten im Netz besser, wählt Keywords treffsicherer und schreibt bessere Inhalte.

Informierend

Wer mit informierender Absicht sucht, will ein bestimmtes Thema besser verstehen. Die Absicht kann dabei ganz schlicht sein, wenn der Nutzer eine kurze, einfache Antwort braucht und keine lange Erklärung. Google weiß das und hat für solche Fälle das hervorgehobene Snippet gebaut, das die Antwort direkt liefert, ohne dass jemand einen Artikel anklicken muss.

Es gibt aber auch die verwickeltere informierende Absicht, bei der der Nutzer Antworten sucht, die eben nicht so einfach sind. In den meisten dieser Fälle zeigt Google lieber ein Snippet.

Damit Google Ihre Seite für diese Art von Suche auswählt, raten wir Ihnen zu Folgendem: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Angaben stimmen, gut recherchiert und sauber geschrieben sind.

Die navigierende Absicht liegt vor, wenn ein Nutzer eine bestimmte Website oder Firma sucht. Das ist der Fall, wenn jemand “YouTube” eingibt oder den Namen einer bestimmten Marke. Google zeigt dann die offizielle Website, damit die Nutzer schnell dorthin kommen.

Von navigierender Absicht spricht man auch, wenn jemand wissen will, wo eine Firma, ein Geschäft oder ein Ort tatsächlich liegt.

Im Kern gilt bei dieser Absicht: Der Nutzer kennt die Firma und ihr Angebot bereits und will nur noch mit diesem Unternehmen ins Geschäft kommen, also Produkte kaufen oder eine Leistung in Anspruch nehmen.

Wir haben vor Kurzem unseren YouTube-Kanal eröffnet. Dort teilen wir wichtige Erkenntnisse rund um digitales Marketing, vielleicht möchten Sie ihn abonnieren.

Transaktional

Das sind Suchen mit Kaufabsicht. Am besten bedienen Sie diese Absicht mit Produktseiten oder bezahlten Anzeigen. Solche Suchen enthalten häufig Wörter wie “Preis”, “kaufen” oder “Angebot”.

So nutzen Sie die Suchintention in Ihrer SEO-Strategie

Jetzt ist es Zeit, all das in Ihre SEO-Strategie zu holen. Wie?  Schritt für Schritt:

Die klassische Keyword-Analyse

Wie gesagt: Die Suchintention zählt, sie ersetzt die Keywords aber nicht; sie ergänzt sie nur. An Ihrer Keyword-Analyse ändert sich also nichts. Um die passendsten Keywords mit dem geringsten Wettbewerb zu finden, empfehlen wir Ihnen SEO-Werkzeuge wie SEMrush, unser Werkzeug für die Keyword-Recherche oder Ahrefs.

Die Suchintention bei Google nachsehen

Sehen Sie sich an, welche Inhalte für Ihr Keyword bei Google auf den ersten 10 Plätzen stehen. Daran erkennen Sie, welche Quellen die Nutzer am meisten anziehen, und kommen selbst weiter nach oben. Was für Inhalte haben sie? Was bieten sie den Leuten? Lassen Sie sich davon anregen, wenn Sie Ihren eigenen Inhalt bauen, das erhöht Ihre Aussichten.

Etwas dazugeben

Der vorige Schritt ist ein guter Anfang, denken Sie aber daran, dass Google Websites mit einem eigenständigen Nutzen belohnt. Wenn Sie deren Inhalte oder deren Aufbau kopieren und etwas schreiben, das den gut platzierten Websites sehr ähnelt, werden Sie nicht vor ihnen landen (und Ihr Text kann sogar als Plagiat gelten). Gehen Sie deshalb einen Schritt weiter: Nehmen Sie die anderen als Anhaltspunkt, geben Sie aber mit zusätzlichen Angaben, Bildern oder nützlichen Beigaben etwas Eigenes dazu. Und laufen Sie nicht mit der Herde. Bringen Sie Ihre Inhalte auf das laufende Jahr. Ihre Wettbewerber haben ihren Text vielleicht vor 5 Jahren geschrieben, und in 5 Jahren ändert sich viel.

Die Art des Inhalts prüfen

SEO-Werkzeuge zeigen Ihnen außerdem, welche Form von Inhalt für ein Keyword am beliebtesten ist. So entscheiden Sie zum Beispiel, ob für ein bestimmtes Keyword ein Artikel oder ein E-Book die bessere Wahl ist.

Zum Schluss

Eine interessante Geschichte: Das seinerzeit größte Portal der Türkei für “Urlaubsnachrichten” lief bei uns im Haus. Genau in dieser Zeit schaltete Google seine Strategie zum Verstehen von Inhalten scharf und nahm das Verhalten der Nutzer als entscheidenden Faktor in seine Algorithmen auf. Mit dieser Änderung rutschte unsere Website in den Wintermonaten plötzlich ab, ausgerechnet bei ihrem eigenen Suchbegriff “Urlaubsnachrichten”.

Bis wir das verstanden hatten, verging 1 Jahr. Der Grund: Schüler suchten in den Wintermonaten nach “Schneefrei”, also nach der Nachricht, dass die Schule wegen Schnee ausfällt. Genau diese Meldungen hatten wir nicht im Programm. Weil wir den Inhalt, den die Schüler suchten, nicht lieferten, fielen wir in den Ergebnissen deutlich zurück.

Merken Sie sich das: Was hinter einem Suchbegriff steckt, kann sich sogar innerhalb eines Jahres verschieben.

Wenn Ihnen das Thema gefallen hat, sehen Sie sich auch unseren Beitrag Wie schreibt man SEO-taugliche Inhalte? an.